Homepage von Michael Meisegeier

 

Jahrgang: 

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Studium/Promotion:

 

1950

Erfurt

Bauingenieur, Dr.-Ing.

Hochschule für Architektur und Bauwesen Weimar
(heute Bauhaus Universität)

 

 

Obwohl als Bauingenieur eher die technische Seite des Baugeschehens mein Metier ist, beschäftige ich mich seit ca. 40 Jahren mal mehr und mal weniger intensiv mit der Geschichte der Architektur. Mein besonderes Interesse gilt dabei fast von Anfang an der vorromanischen und romanischen Baukunst und Kunstgeschichte. Von dort bis zur Christianisierung und zum frühchristlichen Kirchenbau ist nur ein kleiner Schritt. Neben Fragen der Bauform und der Bautechnik, der Zweckbestimmung und Nutzung sind immer wieder Datierungsfragen bedeutsam – insbesondere bei den älteren Bauten, womit natürlich die geschichtlichen Ereignisse als Umfeld des Baugeschehens eine erhebliche Rolle spielen. Ist die Kenntnis über die Geschichte lückenhaft oder gar falsch, sind wir kaum in der Lage, eine Baugeschichte richtig zu rekonstruieren.

Meine intensive Beschäftigung mit der Materie führte mich fast zwangsläufig zu dem Kreis der Chronologiekritiker um Heribert Illig. Seine umstrittene und von der etablierten Fachwelt abgelehnte Phantomzeitthese, die den Zeitraum von 614 bis 911 als Phantomzeit, d. h. als nicht existent behauptet, bot eine Lösung für die m. E. bestehenden Unstimmigkeiten in der offiziellen Geschichtsdarstellung des Frühmittelalters und dessen nicht auffindbare Bauten.

Ich bin überzeugt, dass die uns in den Lehrbüchern und an den Universitäten gelehrte Chronologie für die Zeit des Frühmittelalters keinesfalls zutreffen kann. Vielleicht ist auch die Chronologie der Antike und der Spätantike sowie des Hochmittelalters dringend revisionsbedürftig, wie gerade in neuerer Zeit von verschiedenen Vertretern der Chronologiekritik behauptet.

Die Betrachtung der frühesten Kirchenbauten in Thüringen und Sachsen/Anhalt unter diesem Aspekt führte mich zu einer teils deutlich abweichenden, wesentlich stimmigeren Lösung für die Baugeschichte dieser Bauten als von der etablierten Kunstgeschichte für diese angeboten.

Da die Anpassungs- und Leidensfähigkeit der etablierten Fachwelt nur sehr begrenzt ist, kann ich für meine Ausarbeitungen vorerst kaum auf die Zustimmung von offizieller Seite hoffen.
Leider beharrt die etablierte Wissenschaft auf ihren in vielen Jahren schwer erarbeiteten Irrtümern. Dass die Experten der Architekturgeschichte jedoch zu keiner Zeit unfehlbar waren, haben ihre zahlreichen Irrwege im Verlauf des 20.Jh. deutlich gemacht. Bei der Aufdeckung solcher Irrtümer kam und kommt der Archäologie auf jeden Fall ein hoher Stellenwert zu. Gerade die Zerstörungen des 2. Weltkrieges erlaubten die archäologische Untersuchung vieler Kirchenbauten, so dass man bei der Rekonstruktion der Baugeschichte nicht nur auf mündliche und schriftliche Überlieferungen angewiesen blieb. Die Archäologie ist jedoch kein unabhängiger Wissenschaftszweig, da sie nur die zeitliche Abfolge der Bautätigkeit rekonstruieren kann, jedoch keine explizite Datierung. Dafür sind andere Wissenschaftsdisziplinen erforderlich. Erst im Zusammenspiel ist eine Interpretation der archäologischen Untersuchungen möglich. Damit erhöht sich die Fehleranfälligkeit der Interpretation dramatisch.
Wissenschaftliche Datierungsmethoden wie die Dendrochronologie und die Radiokarbonmethode (C14-Methode) sind z. T. umstritten. Sie sind auch nur anwendbar bei Hölzern bzw. kohlenstoffhaltigen, d. h. organischen Materialien. Steine, Mauerwerk, Mörtel oder Putz sind damit nicht zu datieren.
Schwierig wird es, wenn die Archäologen die Interpretation der Grabungsergebnisse den mündlichen und schriftlichen Überlieferungen „anpassen“, wie das leider fast durchgängig geschieht. Damit ist der Zirkelschluss perfekt. Wie nachfolgend gezeigt, erlaubt ein anderer Ansatz möglicherweise zu besseren Ergebnissen zu gelangen.

Im Folgenden möchte ich einige spezielle Themen in Form einzelner Aufsätze vorstellen, die mich insbesondere in den letzten Jahren beschäftigt haben und immer noch beschäftigen.

 

Veröffentlichungen:

"Frühe Kirchenbauten in Mitteldeutschland. Alternative Rekonstruktionen der Baugeschichten"
2016, 132 S., BoD - Books on Demand, Norderstedt
ISBN: 9783743180703

Inhaltsverzeichnis

 

 

"Der frühchristliche Kirchenbau - das Produkt eines Chronologiefehlers. Versuch einer Neueinordnung mit Hilfe der HEINSOHN-These"
Im Anhang u. a. Exkurs: Die Erschaffung der karolingischen und ottonischen Baukunst
2017, 280 S., BoD - Books on Demand, Norderstedt
ISBN: 9783848256686

Inhaltsverzeichnis

 

"Das Heilige Grab in Gernrode - alles klar, oder? Eine alternative Baugeschichte"
Im Anhang Exkurs: Die "Reliquienkammer" in der Ostkrypta der Stiftskirche in Gernrode
2018, 60 S., BoD-Books on Demand, Norderstedt
ISBN: 9783746097381

Inhaltsverzeichnis

 

"Die ottonischen Kirchen St. Servatii, St. Wiperti und St. Marien in Quedlinburg"
2018, 104 S.,
BoD–Books on Demand, Norderstedt
ISBN: 9783752824902

Inhaltsverzeichnis

 

Aufsätze:

 

Stimmt unsere Chronologie?

 

 

Vermutlich ist allein die Frage schon ketzerisch. Als Anfang der 90er Jahre des vorigen Jahrhunderts ILLIG 297 Jahre aus der Chronologie streichen wollte, erntete er von der Fachwelt, aber auch von vielen Laien einen wahren Shitstorm. Heute wird seine Phantomzeitthese, nach der die Zeit zwischen 614 und 911 nicht existiert hat und in unsere Chronologie eingeschoben wurde, im Prinzip totgeschwiegen. Seine These, die er auch heute noch vertritt und die nach meiner Meinung viele richtige Fakten und Fragestellungen beinhaltet, wird von der etablierten Wissenschaft einhellig abgelehnt und einfach ignoriert. Ist die Chronologie für die etablierte Wissenschaft sakrosankt und damit tabu? Ich halte das schon für ziemlich merkwürdig.

Bekanntlich wurde die uns heute bekannte Chronologie erst im ausgehenden 16. Jh. von Joseph Justus Scaliger erstellt. Sollte Scaliger, auch wenn er (nach Wikipedia) als einer der größten Gelehrten der zweiten Hälfte des 16. Jh. gilt, bei der diffusen Quellenlage, die ihm zur Verfügung stand, auf Anhieb die Chronologie auf den Punkt getroffen haben, so dass keinerlei Nachbesserungsbedarf bis heute besteht? Von der Wahrscheinlichkeit her kaum glaubhaft. Trotzdem halten alle, auch die Wissenschaft krankhaft an der einmal erstellten Chronologie fest und lassen nicht einmal eine Diskussion darüber zu.
Natürlich habe ich Verständnis, dass jemand, der einem wesentlichen Teil seines wissenschaftlichen Schaffens Karl dem Großen gewidmet und der meterweise Bücher und sonstige Veröffentlichungen über ihn geschrieben hat, ein Problem damit hat, wenn jemand auftaucht, der behauptet, Karl den Großen hätte es nie gegeben. Selbst der Politik, die in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen den Karlspreis vergibt, dürfte eine solche Diskussion zumindest unangenehm sein.

Seit etwa 2013 tritt HEINSOHN, der anfangs gemeinsam mit ILLIG an der Phantomzeitthese arbeitete, mit einer eigenen These an. HEINSOHN, der seine These vorwiegend stratigraphisch begründet, sieht die Zeitabschnitte der Jahre 1 - 230 in Westrom und 290 - 520 in Ostrom bzw. Byzanz sowie Anfang 8. Jh. - 930 im Norden und Nordosten zeitgleich. Er sieht jeweils am Ende dieser Zeitabschnitte, d. h.  um 230 in Westrom, um 520 in Byzanz und um 930 im Norden/Nordosten eine größere Naturkatastrophe, die derzeit als drei einzelne Katastrophen erscheinen, die jedoch für ihn eine globale Naturkatastrophe darstellen. Diese führte zum fast schlagartigen Untergang der römischen Kultur, nachdem das Weströmische Reich bereits kurz zuvor aufhörte, zu existieren. Gleichzeitig widerspricht er ILLIG bzgl. einer eingeschobenen Zeit und der Erfindung der Geschichte für diese. Z. B. verbleiben bei HEINSOHN im Gegensatz zu ILLIG die Karolinger in der Geschichte. Sie sind für ihn jedoch Bestandteil der römischen Geschichte des 1. - 3. Jh. (HEINSOHN-These).
Das hört sich zunächst nicht sonderlich dramatisch an. Doch die Konsequenz ist erheblich. Da nach seiner These das Jahr 230 gleich dem Jahr 930 ist, verbleiben dem ersten Jahrtausend insgesamt nur ca. 300 reale Jahre. Demnach sind also in der Chronologie des ersten Jahrtausends 700 Jahre zuviel, anders formuliert 700 Jahre Phantomzeit enthalten. Die Antike Westroms rückt damit unmittelbar vor das Hochmittelalter.
Was ist mit der Ereignisgeschichte dieser 700 Jahre? HEINSOHN ist der Auffassung, das diese Geschichte Realgeschichte ist und nur auf der Zeitachse verschoben werden muss. Dem stimme ich nur zum Teil zu. Nach meiner Meinung ist die spätantike Ereignisgeschichte sicher weitgehend real und muss verschoben werden. Die Geschichte des Frühmittelalters (8. Jh. - 930) jedoch sehe ich als konstruiert an. Sie ist keine Realgeschichte. Dazu mehr in meinen Aufsätzen zu den Quellen und zur Geschichte des Mittelalters (siehe unten).

Jan BEAUFORT, der HEINSOHNs These im Prinzip folgt, sieht in der Chronologie des ersten Jahrtausend drei isolierte, zeitversetzte Datierungsstränge, einen antiken, einen spätantiken und einen frühmittelalterlichen, welche in unserer Chronologie fälschlich nacheinander angeordnet worden sind, die sich aber in Wirklichkeit zum großen Teil überlappen. Der frühmittelalterliche Datierungsstrang setzte sich nach 930 ohne Unterbrechung bis in die Gegenwart fort. Er ist die heute gebräuchlichen Datierung nach unserer Zeit.

Natürlich sind die drei Datierungsstränge nur eine Hilfskonstruktion zum besseren Verständnis. Die von HEINSOHN definierten Blöcke, weströmische Antike, Spätantike und Frühmittelalter, datierten natürlich nicht nach Christi Geburt. Erst mit der Einbindung in die Chronologie im 16. Jh. erhielten diese ursprünglich unabhängig voneinander existierenden Folgen der Ereignisgeschichte ihre Datierung nach Christi Geburt. Das Bild der drei Datierungsstränge erlaubt eine bessere Handhabbarkeit, weshalb ich dieses im Folgenden weiter verwende.

Als Zeitversatz zwischen der antiken und der spätantiken Datierung schlägt BEAUFORT 284 Jahre vor, zwischen der spätantiken und frühmittelalterlichen Datierung, also der aktuellen Zeitrechnung 418 Jahre. Die Katastrophe hätte antik um 238, spätantik um 522 und nach u. Z. um 940 stattgefunden. BEAUFORT sieht zwei von Byzanz ausgegangene Aktionen, die für die Zeitversätze verantwortlich zeichnen. Eine erste durch Justinian I. initiiert, wodurch die weströmische Antike um 284 Jahre in die Vergangenheit geschoben wurde. In einer zweiten Aktion, im 11. Jh. durch Michael Psellos und Konstantin IX. veranlasst, wurde die Spätantike mit Justinian einschließlich der vorherigen Geschichte noch einmal um 418 Jahre verschoben.  Erstere hängt möglicherweise mit der Inkarnationszählung des Dionysius Exiguus zusammen, d. h. der Zählung nach Christi Geburt, welche Justinian I. einführte. Durch diese beiden Aktionen wurde die Antike gegenüber der aktuellen Zeitrechnung um insgesamt 702 Jahre veraltet.

Nach Mittel- und Westeuropa kam die erste Verschiebung infolge der unmittelbaren Übernahme durch die Merowinger, die bis zum Ende ihrer Herrschaft ausnahmslos spätantik datierten.

Die zweite Verschiebung kam m. E. erst mit den Kreuzzügen nach Europa, also frühestens im 12. Jh., und wurde vermutlich in der Folgezeit sukzessive übernommen.

Die Ereignisgeschichte Europas vor der Übernahme der neuen Datierung war spätantik datiert, womit sich Europa zu Zeit der Kreuzzüge im 7./8. Jh. befand. Mit dem Sprung in das 12./13. Jh. entstand eine Phantomzeit von mehr als vier Jahrhunderten in der Chronologie, die bis heute von der Forschung nicht erkannt wurde.

Die etablierte Forschung hat die zweite Verschiebung von Christi Geburt im 11. Jh. durch Byzanz um 418 Jahre in die Vergangenheit nicht mitbekommen und befindet sich in dem Glauben, dass die aktuelle Zeitrechnung nach u. Z. die von Dionysius Exiguus geschaffene Inkarnationszählung ist. 

Wichtig ist, festzustellen, dass wir es hier weder mit einer Fälschung der Chronologie, denn die würde eine Absicht voraussetzen, noch mit einer Verschwörung zu tun haben - nein, nur mit einem simplen Fehler bei der Erstellung der Chronologie. Offensichtlich verwendeten die Ersteller der Chronologie im 16. Jh. Quellen, die bereits die "lange" Chronologie enthielten.

Gewarnt durch ILLIGs Schicksal ist HEINSOHN mit der Veröffentlichung seiner These vorsichtiger. Ein erster Versuch der Veröffentlichung seines Buches "Wie viele Jahre hat das erste Jahrtausend?" im Jahr 2013 hat mangels Verleger leider nicht den Buchhandel erreicht.

HEINSOHN gibt auf der Webseite "www.q-mag.org/gunnar-heinsohns-latest.html" unter dem Artikel "The Creation of the First Millenium" eine Kurzvorstellung seiner Hauptthesen.

Weiterhin ist eine 70-seitige englische Kurzfassung des rund 700-seitigen deutschen Manuskriptblocks von WIE LANGE WÄHRTE DAS ERSTE JAHRTAUSEND? unter http://www.q-mag.org/gunnar-heinsohn-the-stratigraphy-of-rome-benchmark-for-the-chronology-of-the-first-millennium-ce.html zu finden.

ARNDT ist der Auffassung, dass die alte Geschichte bis weit in das 18. Jh. konstruiert ist.  ARNDT sieht insgesamt in der Zeit von 768 bis 1493 ein geschlossenes System, das während der Herrschaft Karl V. (1520-1556) "entworfen wurde, oder zumindest in wesentlichen Teilen erweitert wurde" [71f]. ARNDT [31] betont, dass er sich ausdrücklich weder der Phantomzeitthese von ILLIG,  noch der These von HEINSOHN anschließt.
Auf seiner Webseite äußert sich ARNDT zu einer Chronologieverkürzung von 700 Jahren (wie HEINSOHN). Abweichend von HEINSOHN sieht er jedoch den Schnitt in der Chronologie im 12.-14. Jh. Die Geschichtsschreibung bis 400 hält er für weitgehend zutreffend, die zwischen dem Ende des 4. Jh. und 602/643  stammt nach seiner Auffassung möglicherweise aus der Zeit direkt nach der Pestseuche (1346/53) zur Schaffung des Anschlusses an die antiken Römer und die Merowinger. Die Geschichte zwischen 602/643 bis zum 12./13. Jh. ist nach ihm frei erfunden. Dahinein gehört sein wohlstrukturiertes Mittelalter von 768 bis 1493.
Bei ihm geht die römische Architektur im 11./12. Jh. in die Romanik über, der im 13. Jh. die Gotik folgt.

Ich halte die HEINSOHN-These und den Vorschlag von BEAUFORT zu den drei Datierungssträngen und deren zeitlicher Versatz für einen brauchbaren Ansatz. Verschiedene Details der Schlussfolgerungen HEINSOHNs, z. B. zum frühchristlichen Kirchenbau oder zur Geschichte der Karolinger teile ich dagegen nicht. Die HEINSOHN-These kann z. Z. zwei Dinge noch nicht zweifelsfrei beantworten. Erstens die behauptete Gleichzeitigkeit von Rom und Konstantinopel, da es keine Belege für eine Kommunikation zwischen beiden gibt, und zweitens die Art der globalen Katastrophe. ARNDT folge ich dahingehend, dass die Geschichte des Mittelalters rückwirkend erfunden wurde. Das wohlkonstruierte Mittelalter schloss m. M. nachträglich die durch die Einführung der neuen Zeitrechnung nach u. Z. (m. E. zur Zeit der Kreuzzüge) entstandene Lücke zur merowingischen (spätantiken) Zeitrechnung. Es schuf rückwärts den Anschluss an die Merowingerzeit und andererseits bereitete es den Weg für das röm.-deutsche Kaisertum Karls V. An einen bruchlosen Übergang der römischen Architektur in die Romanik, wie ihn ARNDT sieht, glaube ich dagegen nicht.

 

Lit.: Arndt, Mario (2015): Die wohlstrukturierte Geschichte: Eine Analyse der Geschichte Alteuropas

 

 

 

Wir haben ein generelles Quellenproblem !

 

 

Eine der Möglichkeiten, die bei der Interpretation von frühmittelalterlichen Baubefunden regelmäßig herangezogen wird, liegt zunächst auf der Hand. Das ist die Auswertung von etwaigen Schriftzeugnissen, die zum Bau vorliegen oder über diesen berichten.

Leider gibt es an reinen Baunachrichten zu den frühen Kirchenbauten in Mitteldeutschland in den Quellen nicht allzu viel, so dass eine Rekonstruktion anhand konkreter Baunachrichten im Allgemeinen nicht möglich ist. Dagegen gibt es besonders für die Zeit der Ottonen eine, wenn auch relativ geringe Anzahl an Schriftquellen, in denen die Orte oder auch die Bauten selbst erwähnt werden. Das sind insbesondere die Chroniken zur Ottonengeschichte wie z. B. die Sachsenchronik von Widukind, die Chronik des Thietmar von Merseburg sowie Gesta Oddonis der Hrotsvith von Gandersheim. Sie gelten der etablierten Wissenschaft als zeitgenössische Quellen und haben für sie einen absoluten Wahrheitswert.

Merkwürdig ist nur, dass verschiedene dort berichtete Ereignisse mit den archäologischen Untersuchungsergebnissen nicht in Einklang zu bringen sind. Ich möchte hier nur die vergebliche Suche nach dem Grab Heinrich I. in Quedlinburg oder die vergebliche Suche nach dem Moritzkloster und der ottonischen Pfalz in Magdeburg oder die vergebliche Suche nach der ersten Marienkirche in Memleben, in der Otto I. aufgebahrt gewesen sein soll, sowie der dortigen ottonischen Pfalz anführen. Genauso wie für Quedlinburg zahlreiche Besuche der späteren Ottonen - insbesondere immer zu den Osterfeierlichkeiten schriftlich „bezeugt" sind, weswegen Quedlinburg als „wichtigste Pfalz der ersten Liudolfinger", als Osterpfalz angesehen wird, obwohl dort die baulichen Voraussetzungen vor der Jahrtausendwende gar nicht vorhanden waren.

Berichten die vermeintlich zeitgenössischen Quellen doch nicht die Wahrheit? Betreffend Widukind ist es nach FAUßNER [ANWANDER zu FAUßNER 23f] erwiesen, dass die Sachsenchronik eine Fälschung des 12. Jh. durch Wibald (1098-1158), Abt von Stablo und Corvey, ist. Nach FRANZ ist neben der Sachsenchronik Widukinds auch die Chronik Thietmars zweifelsfrei durch Wibald im 12. Jh. geschaffen worden. Sowohl die Sachsenchronik als auch die Chronik Thietmars dienten Wibald dazu, "seinen Urkundenreihen einen Halt, einen geschichtlichen Kontext zu verleihen." [FRANZ, 239] So sind von den schon nicht sehr zahlreichen so genannten zeitgenössischen Quellen zwei weitere für unsere Kenntnis der Ottonenzeit als solche ausgefallen. Von FAUßNER sind schon Werke wie die Gesta Oddonis der Hrotsvith von Gandersheim, die Vita brunonis von Ruotger, das Ottonianum von Heinrich  II. und andere als Werke Wibalds benannt worden [ILLIG, 410]. Und es gab nicht nur die Fälscherwerkstatt Wibalds.

Meine These:

Es gibt keine zeitgenössischen Schriftquellen zwischen ca. 600 und dem 12. Jh. Alle Schriftquellen, wie Chroniken, Urkunden, etc., die unseren mitteleuropäischen Bereich betreffen und von denen die Forschung ausgeht, dass sie im Zeitraum von ca. 600 bis dem 12. Jh. verfasst sind, sind im Wesentlichen Fälschungen ab dem 12. Jh., also nachträglich verfasst und rückdatiert. Der Fälschungsumfang dürfte auch noch die meisten Quellen des 12. Jh. betreffen und möglicherweise noch darüber hinaus. Betroffen sind auf jeden Fall alle karolingischen und alle ottonischen Quellen, aber eben auch die dem 11. Jh. zugeschriebenen Quellen sowie auch spätere. D. h., dass ich alle auf uns überkommenen, sogenannten zeitgenössischen Schriftquellen des frühen und hohen Mittelalters für Pseudepigraphen, d. h. Falschzuschreibungen, oder Fälschungen halte.

Die völlige Abwesenheit von Schriftquellen in dem o. a. Zeitraum ist mit der verlorengegangenen Schriftkultur im Bereich des ehemaligen Weströmischen Reichs nach dessen Zusammenbruch zu erklären. Wie kam es zum Verlust der Schriftkultur?

In der antiken Gesellschaft war die Verwendung der Schrift in allen Lebensbereichen verbreitet. Die hohe Spezialisierung und Arbeitsteilung der römischen Wirtschaft machte insbesondere auch in der Wirtschaft die Schriftform unerlässlich. Die Einfälle der germanischen Völker im 2. Jh. führten zu einer zunehmenden Störung und zum Niedergang der antiken Wirtschaft. Spätestens seit Mitte des 2. Jh. dürfte durch die Beeinträchtigung bzw. sogar Zerstörung der römischen Infrastruktur die römische Produktionsweise und damit die römische Lebensweise größeren Schaden genommen haben. Mit dem Niedergang aller Bereiche des römischen Lebens ging auch die Verwendung der Schrift zurück. Davon waren sicher die vom Zentrum entfernteren Gebiete wie Gallien, Germanien, Britannien noch stärker betroffen als das Zentrum selbst.

WARD-PERKINS vermerkt zu Britannien: "Es gibt einen allgemeinen Konsens, dass die komplexe Wirtschaft des römischen Britanniens bemerkenswert schnell und bemerkenswert früh verschwand." [129] Weiter unten:           "... Britannien kehrte zu einem Niveau wirtschaftlicher Einfachheit ähnlich dem der Bronzezeit zurück, ohne Münzprägung, nur mit handgeformten Tongefäßen und Gebäuden aus Holz." [ebd., 131] "Der Untergang des komplexen Systems in Britannien im frühen 5. Jahrhundert muss sicher in engem Zusammenhang mit dem Rückzug der römischen Macht aus der Provinz gestanden haben." [ebd., 135]
Es gibt keine Veranlassung anzunehmen, dass die Auswirkungen des etwas später erfolgten Rückzugs der Römer aus Gallien und Germanien milder ausfielen. Mit dem Abzug der Römer aus Gallien und Germanien und der Machtübernahme durch die Franken im 2. Jh./Anfang des 3. Jh. ging die Verwendung der Schriftform vermutlich auf null zurück. Für wirtschaftliche und andere Rechtsgeschäfte  oder gar für künstlerische oder historiographische Schriften war weder Raum noch Bedarf. Die Beziehungen untereinander waren jetzt durch ein Abhängigkeitsverhältnis geprägt. Für Vereinbarungen mit Abhängigen war die Schriftform nicht erforderlich.
Der mehrere Generationen andauernder Nichtgebrauch der Schrift führte unweigerlich zum Verlust der Schriftkultur.

Erst ab dem 12. Jh. dürfte der Gebrauch der Schrift langsam wieder Einzug in das gesellschaftliche Leben gehalten haben. Die im 11./12. Jh. gegründeten Klöster betrieben Scriptorien, in denen zunächst Schriften für den religiösen Gebrauch erstellt wurden, für die ein großer Bedarf bestand, später sicher auch nichtreligiöse Schriften.

Frühestens ab dem fortgeschrittenen 12. Jh. begann man Geschichte rückwirkend zu erschaffen.

Den sozialgeschichtlichen Hintergrund für den zunehmenden Gebrauch der Schrift im Alltag sehe ich im Aufkommen des freien Städtebürgertums im 11. Jh., die wachsende Arbeitsteilung im Produktionsprozess, die Veränderung von dessen Rechtstellung und dessen wirtschaftlicher Erfolg. Die wirtschaftliche Tätigkeit des freien Städtebürgertums machte das Abfassen von Schriftstücken, z. B. für Verträge, zunehmend notwendig. Der unausbleibliche Austausch mit dem Feudaladel zwang diesen damit ebenfalls zur Schriftlichkeit, z. B. zum schriftlichen Nachweis seiner Rechte und Besitzansprüche.

Für die damaligen Autoren stammten die letzten  bekannten Schriftzeugnisse aus der Merowingerzeit, die vom 12. Jh. aus gesehen scheinbar ca. 500 Jahre zurücklag. Die zweite Verschiebung der Zeitrechnung war in der Erinnerung nicht präsent, somit auch nicht, dass die Merowingerzeit, ebenfalls vom 12. Jh. aus gesehen, nur ca. 100 Jahre zurück lag, das sind ca. vier Generationen. Um den Anschluss an die Merowingerzeit des 5.-7. Jh. herzustellen, war Geschichte zu kreieren, d. h. zu erfinden. In diesem Zusammenhang musste der Adel auch seine Herkunft, d. h. die Genealogie, glaubhaft machen. Es ergab sich damit ein weites Feld für phantasievolle Erfindungen.

Da die entsprechenden schriftlichen Nachweise nicht vorlagen, kam es in der Folgezeit zu einem massenhaften Fälschen von Urkunden und anderen Dokumenten, i. d. R. zum Nachweis von Besitz und alten Rechten. Sowohl die Urkunden als auch die Genealogie benötigten zur Glaubhaftmachung, d. h. zur Vermeidung offensichtlicher Widersprüche, einen historischen Rahmen, also eine Rahmenerzählung, an die alle bei Bedarf anknüpfen konnten und die in der Nachfolgezeit zur vermeintlichen Ereignisgeschichte wurde. Dafür erfand man das Format der Weltchroniken, welche z. T. rückdatiert und damit zu Pseudepigraphen wurden, um eine frühere Entstehung glaubhaft zu machen.

Da sich die traditionelle Ereignisgeschichte des frühen und hohen Mittelalters maßgeblich auf diese Quellen stützt, sehe ich auch diese als verfälscht an. Nach meiner Meinung ist die Geschichte des gesamten Mittelalters weitgehend erfunden. Unser Geschichtsbild wird bis heute durch diese gefälschte, größtenteils erfundene Ereignisgeschichte geprägt. Die Erfindung betrifft wie oben bereits gesagt sowohl die Geschichte der Karolinger, als auch die der Ottonen, aber auch die Geschichte der Salier und Staufer. Das gesamte römisch-deutsche Kaisertum hat es nach meiner Auffassung vor dem Spätmittelalter nie gegeben.

Lit.: Ward-Perkins, Bryan (2007): Der Untergang des Römischen Reiches und das Ende der Zivilisation. WBG Darmstadt

 

 

Die traditionelle Geschichte des Mittelalters ist ein Konstrukt ! Der Versuch einer alternativen Geschichte Mitteldeutschlands

 

 

Wenn unsere Chronologie wie oben behauptet fehlerhaft ist, wenn die Quellen wie oben behauptet nachträglich gefälscht sind, wie kann überhaupt eine glaubhafte Darstellung der Ereignisgeschichte gelingen?

ARNDT weist in seinem Buch "Die wohlstrukturierte Geschichte" glaubhaft nach, dass die offizielle Geschichte des Mittelalters weitgehend konstruiert ist. Nach ihm ist die gesamte Geschichte von 911-1313 eine bewusste Konstruktion. ARNDT sieht insgesamt von 768 bis 1493 ein geschlossenes System, das während der Herrschaft Karl V. (1520-1556) "entworfen wurde, oder zumindest in wesentlichen Teilen erweitert wurde" [71f]. ARNDT spricht von der "Fiktionalität eines wesentlichen Teils der Pippiniden- und Karolinger-Geschichten" [100]. Er sieht die Merowinger und die Karolinger "nach derselben Schablone gestrickt" und betitelt seinen Abschnitt zur Karolingerzeit mit der Frage: "Sind die Karolinger nur ein Double der Merowinger?" [98]. Mehr noch: Nach ARNDT ist auch die folgende Geschichte, d. h. die Geschichte des deutsch-römischen Kaisertums bis zum 14./15. Jh. ein Konstrukt.

Auch wenn nach der Analyse von ARNDT die Voraussetzungen nicht gerade komfortabel sind, versuche ich unter Verwendung der HEINSOHN-These und den von BEAUFORT vorgeschlagenen Datierungssträngen die Ereignisgeschichte zumindest grob zu umreißen.

Ich möchte jedoch vorausschicken, dass ich weder Historiker noch Mediävist bin - aber vielleicht ist das ja auch hierbei von Vorteil.

Geschichte Mitteldeutschlands - Versuch einer Rekonstruktion

 

 

Das Eigenkirchenwesen

 

 

THIER hält das Eigenkirchenwesen für ein seit Mitte des 8. Jh. weit verbreitetes Phänomen, dessen prägendes Merkmal die ei­gen­tums­ähn­li­che Ver­fü­gungs­herr­schaft des Ei­gen­kir­chen­her­ren an den je­wei­li­gen Kir­chen und ih­rem Ver­mö­gen ist [http://www.rwi.uzh.ch/elt-lst-thier/rgt/pars1/de/html/ epochenpraegendes_2114.html]. Der Höhepunkt des Eigenkirchenwesens sei im 9. und 10. Jh. [Wikipedia].

SCHLOTHEUBER (Uni Düsseldorf): "... die Eigenkirche stand ... faktisch vielfach außerhalb der Kirchenhierarchie." [https://www.uni-muenster.de/imperia/md/content/geschichte /.../e-hofkapelle.doc]

Nach Meinung des Autors hat die etablierte Forschung das Eigenkirchenwesen bisher nicht richtig verstanden. Sie muss zwangsläufig, aufgrund ihres unzutreffenden Geschichtsbildes der allgemeinen Geschichte als auch der Kirchengeschichte, zu einer falschen Beurteilung des Eigenkirchenwesens gelangen. Die falsche Datierung in das 9. und 10. Jh. ist einfach den gefälschten bzw. falsch datierten Schriftquellen geschuldet. In Wirklichkeit entstehen die ersten Eigenkirchen etwa im letzten Drittel des 10. Jh. Der Höhepunkt des Eigenkirchenwesens dürfte um die Mitte des 11. Jh. zu datieren sein.

Das Eigenkirchenwesen war kein weit verbreitetes Phänomen - wie THIER meint -, sondern die erste Entwicklungsstufe der Kirchenorganisation im Westen (Frankenreich, Sachsen).

Diese Kirchen waren zunächst reine Landeskirchen. Sie waren hierarchisch aufgebaut. Jeder Grundherr hatte das Recht, auf seinem Grundstück Eigenkirchen zu errichten und zu unterhalten.

Höchste kirchliche Instanz war der jeweilige weltliche Herrscher, der König bzw. der Stammesherzog. Für die kirchliche Aufsicht teilte dieser sein Herrschaftsterritorium in Bistümer ein und setzte ihm ergebene Bischöfe ein.

Jedoch war die mögliche Einflussnahme des Bischofs rechtlich auf die Einweisung des Geistlichen beschränkt; er wurde aber tatsächlich oft überhaupt nicht zugezogen. [http://de.mittelalter.wikia. com/wiki/Eigenkirche].

SCHLOTHEUBER: "Sie (die Eigenkirchen - MM) gehörten zur Grundherrschaft (wie die Mühlen oder die Meierhöfe) und der Grundherr hatte das Recht der Investitur, also das Recht den Pfarrer oder Abt ein- bzw. abzusetzen, ohne weitere Eingriffsrechte des zuständigen Diözesanbischofs." [https://www.uni-muenster.de/imperia/md/content/geschichte /.../e-hofkapelle.doc]
Sehr zu vermuten ist, dass selbst die Weihe der Eigenkirchen als auch der Altäre ohne Hinzuziehung eines Bischofs erfolgte.

In dieser flachen Hierarchie dieser ersten Kirchenorganisation war das Papsttum noch gar nicht existent. Das Papsttum bildete sich erst in der ersten Hälfte des 11. Jh. heraus, weshalb es in dieser Zeit im Westen noch nicht in Erscheinung treten konnte. Entstanden aus dem von  Justinian I. im 10. Jh. gegründeten Patriarchat Rom musste sich die römische Kirche, die die Herrschaft über die  Christen im Westen für sich beanspruchte, zunächst von der Vormundschaft des Patriarchats von Konstantinopel befreien. (Zur Datierung von Justinian I. in das 10. Jh. siehe [MEISEGEIER 2017].)

Dieser Befreiungsschlag gelang letztendlich 1054 mit der Trennung von Ost- und Westkirche. Erst danach hatte die römische Kirche, deren Bischof jetzt als Papst "firmiert", den Rücken frei, um sich um die Belange im beanspruchten Herrschaftsbereich zu kümmern. Dort hatte sich jedoch schon - ohne römische Einflussnahme - eine Kirchenorganisation entwickelt, in der die adligen Grundherrn die Träger der Entwicklung waren - das Eigenkirchenwesen.

Wollte das Papsttum seinen Anspruch, das Oberhaupt der Kirche im Westen zu sein, verwirklichen, so musste es diese vorangegangene Entwicklung stoppen und eine neue Kirchenorganisation installieren, in deren Hierarchie das Papsttum in oberster Position stand. Natürlich ging das nicht konfliktlos vonstatten. Diese Auseinandersetzung ist als Investiturstreit in die Geschichte eingegangen, der allgemein von 1076 bis 1122 datiert. Der desolate Zustand der Kirche infolge der weitgehend ökonomischen Ausrichtung des Eigenkirchenwesens spielte dem Papsttum in diesem Streit als Argumentationshilfe in die Hände. Am Ende konnte sich das Papsttum weitestgehend durchsetzen. Im  Jahre 1179 wurde das Eigenkirchenrecht der Laien in ein Patronatsrecht umgewandelt [Wikipedia].

Zur Durchsetzung der kirchlichen Interessen bis nach ganz unten erfolgte ebenfalls im 12. Jh. die Einführung des Pfarrsystems.

Wie sah die wirtschaftliche Basis einer Eigenkirche aus? Durch die nicht unerheblichen Erträge der Eigenkirche, die sämtlich dem Grundherrn zugutekamen, war diese für den Grundherrn ein Vermögensobjekt [http://de.mittelalter.wikia. com/wiki/Eigenkirche].

"Mit der allgemeinen Durchsetzung des Zehntgebotes wurde es umso lukrativer, Eigenkirchen einzurichten, brachten sie nun doch einen Gewinn, der sie zu begehrten Objekten für Tausch, Beleihung, Kauf und Verkauf, Schenkung und Erbschaft machte." [https://www.mittelalter-lexikon.de/ wiki/Eigenkirche]

Dazu noch THIER (Uni Zürich): "Die Zehntleistung an eine Eigenkirche kam damit faktisch dem Eigenkirchenherren zugute, die Errichtung von Eigenkirchen wurde damit zu einer wirtschaftlich attraktiven Investition für den Grundherren, auf dessen Besitz die neue Kirche errichtet wurde und der auf diese Weise seine Kapitalbasis in die kirchliche Sphäre hinein erweiterte." [http://www.rwi.uzh.ch/elt-lst-thier/rgt/pars1/de/html/ epochenpraegendes_2114.html]

Während der Zehnt bei Eigenkirchen gedrittelt war, wovon zwei Drittel dem Eigenkirchenherrn und ein Drittel dem Pfarrer zukamen, wurde der Zehnt bei den späteren Pfarrkirchen geviertelt, wobei jetzt je ein Viertel dem Bischof, dem Pfarrer, den Armen und Fremden sowie dem Kirchenbau (fabrica ecclesiae) zukam [http://genwiki.genealogy.net/Zehnt]. Dem Grundherr blieben der Anteil Kirchenbau und die Gebete zu seinem und seiner Familie Seelenheil und null Rendite. Das "Geschäftsmodell Eigenkirche" hatte sich damit erledigt.

Offensichtlich standen die Eigenkirchen eines Gebietes im Wettbewerb untereinander, wie ich das bereits in [MEISEGEIER 2018, 92ff] für die drei Quedlinburger Kirchen darzustellen versucht habe.

 

 

 

Frühe Kirchenbauten in Mitteldeutschland

 

Quedlinburg, St. Servatius
Gernrode, St. Cyriakus
Magdeburg, Dom

 

 

Erfurt  

 

Gernrode

 

Halberstadt

 

Magdeburg

 

Memleben

 

Ohrdruf

 

Quedlinburg

 

Rohr

 

Meißen

 

Mitteldeutschland, das sind heute die Bundesländer Thüringen, Sachsen-Anhalt und Sachsen, hat eine Reihe von sehr alten Kirchenbauten aufzuweisen, deren angebliche Gründungen z. T. bis in das 8. Jh. zurückreichen. Sicher ist dabei die Unterscheidung wichtig, ob nur schriftliche Quellen oder sogar nur Legenden über diese frühe Zeit berichten oder ob auch materielle Hinterlassenschaften nachzuweisen sind.

So wird z. B. die Gründung des Doms zu Erfurt, richtiger der Stiftskirche Maria Beatae Virginis, mit Bonifatius in Verbindung gebracht, wobei die Archäologie bisher keine Spuren des 8. Jh. nachweisen konnte. Die frühesten baulichen Reste, die ergraben wurden, gehören - so die Archäologen - dem 12. Jh. an. Dagegen gibt es Grabungsergebnisse im Halberstädter Dom, die vermeintlich einen Kirchenbau um 800 "belegen".

Man muss sich natürlich darüber im Klaren sein, dass die von den Experten manchmal mit großer Selbstsicherheit dargebotenen Rekonstruktionen der Baugeschichte dieser frühen Kirchenbauten nur Interpretationen sind, welche naturgemäß an sich erst einmal rein subjektive Auslegungen sind.

Gerade die sehr unterschiedlichen Rekonstruktionen z. B. der Baugeschichte der Stiftskirche St. Servatius in Quedlinburg - obwohl alle auf denselben bauarchäologischen Untersuchungen fußen - belegen die große Unsicherheit bei den Experten zum Thema des frühesten Kirchenbaus in Mitteldeutschland. Der Blick auf die anderen frühen, mitteldeutschen Kirchenbauten zeigt ein ähnliches Bild.

 

 

 

Frühchristlicher Kirchenbau - das Produkt eines Chronologiefehlers

 

Ravenna, San Apollinare in Classe
Bethlehem, Geburtskirche
 Rom, Santo Stefano Rotondo

 

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Der Beginn des monumentalen Kirchenbaus wird mit der Regierungszeit von Kaiser Konstantin I. verbunden. Als markantes politisches Ereignis gilt die berühmte Mailänder Vereinbarung von 313 (das sog. Toleranzedikt), in der durch Konstantin und Licinius „allgemeine Religionsfreiheit, namentlich für das corpus Christianorum, d. h. für die christliche Gemeinde, und die Rückgabe des ihr in der Verfolgung entzogenen Eigentums“ [DEMANDT 2008, 42] bestätigt wird. Nach [DEMANDT 2008, 42] stiftete Konstantin I. bereits 312, also zeitlich vor der Mailänder Vereinbarung die Lateranbasilika für den Bischof von Rom. 324 bis 326 folgen die Petersbasilika und die Umgangsbasilika für Marcellinus und Petrus [ebd, 42]. „Nicht nur in Rom und Konstantinopel, sondern im ganzen Reich hat der Kaiser den Kirchenbau gefördert…Insbesondere im Heiligen Lande entstanden monumentale Kirchenbauten, so die Basilika von Mamre, sowie die Geburtskirche in Bethlehem und die Himmelfahrtskirche auf dem Ölberg…Die Grabeskirche nahe der Schädelstätte wurde mit besonderem Aufwand errichtet und zu den Tricennalien des Kaisers am 17. September 335 eingeweiht.“[ebd, 51].

Was für ein furioser Auftakt – aber so war es mit Sicherheit nicht!

Der monumentale Kirchenbau beginnt erst mit der Erhebung des Christentums zur Reichsreligion und der Begründung der Reichskirche. Nach der neueren traditionellen Forschung erfolgt die Gründung der Reichskirche nicht schon durch Theodosius I. sondern erst durch Justinian I. Die HEINSOHN-These datiert Justinian I. in das 10. Jh.

Dem stehen jedoch die zahlreichen vermeintlichen frühchristlichen Kirchenbauten in Rom, Mailand, Ravenna, Jerusalem, Konstantinopel und anderswo entgegen. Nach meiner Auffassung sind sämtliche sogenannte frühchristliche Kirchen falsch datiert. Der Grund ist unsere falsche Chronologie, die durch die HEINSOHN-These aufgedeckt wurde. Im Endeffekt gibt es keine frühchristlichen Kirchenbauten. Alle diese Kirchen sind Bauten des 11.-13. Jh., die in Rom im Wesentlichen fehlen.

Unabhängig von und zeitlich vor HEINSOHN hatte ich die Entstehung des monumentalen Kirchenbaus maßgeblich ab dem 10. Jh. gesehen. Mein Aufsatz dazu, noch unter der Phantomzeitthese von ILLIG erarbeitet, ist veröffentlicht in den ZEITENSPRÜNGE-Heften 3/2010, 2/2011 und 3/2011. Der vorliegende Aufsatz ist sozusagen das Upgrade auf die HEINSOHN-These.

 

 

Die Erschaffung der karolingischen und ottonischen Baukunst

 

Lorsch, Torhalle

Fulda, St. Michael, Krypta

 Müstair

Corvey, Westbau Obergeschoss

 

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Die Kunst der Karolinger und Ottonen - eine Chimäre? Ja! Selbstverständlich sind die den Karolingern und Ottonen zugeschriebenen Bauten existent; sie sind nur zeitlich und kunsthistorisch falsch eingeordnet.

Aufgrund des oben beschriebenen Chronologiefehlers (siehe oben: Stimmt unsere Chronologie?) ergab sich u. a. eine Phantomzeit zwischen der Merowingerzeit 6./7. Jh. und dem 11. Jh. Diese im Norden und Nordosten, also in unserem mitteleuropäischen Raum, "geschichtslose Zeit", d. h. eine Zeit ohne schriftliche Geschichtsüberlieferung im Gegensatz zu Rom, Byzanz und auch Westeuropa, wurde etwa ab dem 12. Jh. rückwärts mit "Geschichte" gefüllt. Diese "Geschichte" speiste sich z. T. aus mündlichen Überlieferung in der Bevölkerung als auch aus reiner Erfindung der Historiker. Grundlage der mündlichen Überlieferung im Volk war die Erinnerung an einen großen Herrscher Karl - für mich kommt hier als Vorlage für den fiktiven Karl den Großen nur der reale Karl III., der Einfältige (carolus simplex) infrage - oder auch einen großen König Otto. Diese legendäre Geschichte wurde in der Chronologie verankert und mit einem Stammbaum versehen. Zentrum der Karlsverehrung ist heute insbesondere Aachen (gelegen im ehemals rheinfränkischen Gebiet. Karl Simplex war m. A. nach König der Rheinfranken, die im Jahr 927 vom Merowinger Chlodwig, König der Salfranken, besiegt wurden, womit das Reich der Rheinfranken zu existieren aufhörte). Zentrum der Verehrung Ottos des Großen ist heute das Nordharzgebiet, das Kerngebiet der ehemaligen sächsischen Herrscher. Alle nachfolgenden Historiker haben am Ausbau dieser Personen und ihrer Zeit ihr Scherflein beigetragen, so dass sowohl die Personen als auch ihre Zeit uns heute so wohlvertraut sind, dass ein Zweifel an ihrer realen Existenz einem Sakrileg gleichkommt.

Natürlich musste dieser Zeit auch ein Kunstschaffen zugeordnet werden. So hat man ein Teil der überkommenen frühen Kirchenbauten der Frühromanik entrissen und der Karolingerzeit bzw. der Ottonenzeit zugeschlagen. Genauso ist man mit den anderen Kunstgattungen wie Wandmalerei, Plastik, Kleinkunst und Goldschmiedekunst verfahren. Die Kunsthistoriker der 19. und 20. Jh. haben sich die größte Mühe gegeben, die Charakteristika der Karolingerkunst herauszuarbeiten. Die Bauforscher haben die verschiedenen Bauphasen detailliert der nicht existenten Zeit zugeordnet und tun es bis heute.

In Wirklichkeit gehören alle diese Bauten in die ca. 120 Jahre der Frühromanik, die am Ende des 10. Jh. ihren Anfang nimmt und bis etwa 1100 reicht.

 

 

Der "karolingische" Dom zu Hildesheim

 

Ostansicht

Inneres nach Osten

 Krypta

 

 

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Traditionell gilt der Hildesheimer Dom als eines der ganz wenigen in großen Teilen erhaltenen karolingischen Kirchenbauten. Die Gründung des Bistums Hildesheim ist für das Jahr 815 überliefert. Zu dieser Zeit soll durch Ludwig den Frommen eine erste Kapelle errichtet worden sein. Diese will Diözesankonservator Karl Bernhard KRUSE jetzt bei den aktuell laufenden Grabungen entdeckt haben. Darüber hinaus meint er bei einer Grabung in der profanierten Antoniuskirche südöstlich des heutigen Doms die Fundamente des ersten Hildesheimer Doms aus dem 9. Jh., des so genannten Gunthardoms, aufgedeckt zu haben.

 

 

Die angeblich zweitälteste Kirche in Deutschland - St. Johannis in Mainz einschließlich einer alternativen Rekonstruktion der Baugeschichte des Mainzer Doms

 

Südostansicht

Inneres nach Westen

 südliche Arkadenwand

 

 

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Im Februar des Jahres 2014 geht die Meldung durch die Presse, dass St. Johannis in Mainz laut Experten die wohl zweitälteste Kirche in Deutschland sei (nach Trier).

Im Rahmen von Sanierungsarbeiten ist man beim Einbau einer Fußbodenheizung auf Reste eines älteren Fußbodens - angeblich aus dem 9. Jh. - gestoßen. Da Experten schon länger in St. Johannis einen älteren Bau vermuteten, nahm man diesen Fund zum Anlass, weiter zu graben.

Der daraufhin angetroffene Befund wird als archäologischer Sensationsfund betrachtet. Man spricht von der ältesten Kirche nach dem Trierer Dom und dem einzigen erhaltenen karolingischen Dom Deutschlands.

 

 

 

Der Hohe Dom zu Augsburg ohne karolingische und ältere Baugeschichte

 

Plan

Westkrypta des 11. Jh.

 Skulptierte Stücke im Museum

 

 

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Auf einem Zwischenstopp auf dem Heimweg vom Chiemsee nach Thüringen nutzte ich die Gelegenheit zu einem Kurzbesuch des Augsburger Doms. Die frühromanische Krypta, die Bronzetür und die romanischen Glasmalereien waren der erste Beweggrund dafür. Erst die Ausgrabungen von St. Johann südlich des Doms und die Parallele zur Situation in Mainz haben mich zu einer ausführlicheren Beschäftigung mit der Baugeschichte dieses hochinteressanten Kirchenbaus veranlasst.

In Augsburg haben wir den einzigen in wesentlichen Teilen erhaltenen Dombau aus der Zeit um die Jahrtausendwende vor uns. Weder in Köln, noch in Magdeburg, Merseburg oder Halberstadt sind die Dombauten aus dieser Zeit erhalten. Jedoch bei frühchristlichen, merowingischen oder karolingischen Vorgängerbauten Fehlanzeige.

 

 

Der Dom zu Speyer - um einiges jünger als die Forschung glaubt

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bei der Betrachtung der frühen romanischen Krypten ist die Krypta des Doms zu Speyer von großer Bedeutung. Ihre frühe Datierung passt einfach nicht in das Bild der Kryptenentwicklung, welche ich in zwei Phasen sehe, eine frühe Phase und eine spätere. Die von der Forschung allgemein angenommene Entwicklung der Krypta von der Frühform der Krypta (Ringkrypta, Gangkrypta, Kammerkrypta, Umgangskrypta) letztendlich zur Hallenkrypta sehe ich nicht. Diese frühen Kryptentypen einschließlich den ersten Hallenkrypten (Vierstützenräume) existieren in der Frühromanik gleichberechtigt nebeneinander. Die frühen Krypten dienten ausschließlich dem accessus ad confessionem, d. h. dem Zugang zum Heiligengrab. Sie waren aus diesem Grund in der Regel ohne Altar. Diese frühe Phase reicht bis weit in die erste Hälfte des 11. Jh.
Danach verschwinden diese Kryptentypen gänzlich. Es setzt sich die Hallenkrypta durch. Am Anfang, d. h. etwa ab Mitte des 11. Jh. bis in die 1. Hälfte des 12. Jh., wurde nur der Chor mit einer Chorkrypta unterbaut. Im 12. Jh. erstrecken sich die Krypten bis in die Vierung, z. T. entstehen großräumige Anlagen, die sich unter die gesamten Ostteile der Kirchenbauten einschließlich Querhaus erstrecken.

Bei den Krypten dieser zweiten Phase ist der Zweck des accessus ad confessionem weitestgehend verloren gegangen. Die Krypta ist jetzt "normaler" Kultraum mit eigenem Altar, ähnlich einer separaten Kapelle. Darüber hinaus wird sie zunehmend Bestattungsraum, da sie die Bestattung in der Nähe der Reliquien des Hauptaltars ermöglichte. Während die Bauten der Reformorden in der Regel von vorn herein auf eine Krypta verzichten, verschwindet die Krypta allgemein fast gänzlich mit dem Aufkommen der Gotik.

Zurück zu Speyer. Meiner These scheint die monumentale Krypta des Domes in Speyer zu widersprechen. Nach KUBACH ist der Dombau in Speyer 1025/1030 mit der Krypta begonnen worden. In einer ersten Bauphase erstreckte sie sich nur unter dem Chorquadrat einschließlich Apsis. Nach einer Planänderung wurde die Krypta unter die Vierung und die Querschiffsarme zu der noch heute erlebbaren riesigen Unterkirche erweitert. Der Bau soll 1061 geweiht worden sein. In der Literatur heißt dieser Bau Speyer I. Der Umbau zum heutigen Erscheinungsbild des Doms (Speyer II nach der aktuellen Forschung) soll ab 1080 erfolgt sein. Dessen Weihe soll 1106 erfolgt sein. Der älteste Teil der Krypta (Krypta-Ostarm) hatte die ursprünglich vorgesehenen Zugänge in den Westjochen der Nord- und Südwand. In der Westwand hatte sie einen mittigen Durchgang zu einem etwas tiefer liegenden Raum, der die Forschung irritiert, da damals die Kryptaerweiterung noch gar nicht geplant war. Dieser westlich gelegene Raum könnte ein Westannex mit einem ehemaligen Heiligengrab gewesen sein, ähnlich der Anlage in der Krypta des Doms zu Merseburg.

Nach meiner Auffassung irrt KUBACH bezüglich der Datierung des Speyerer Baus. Der im heutigen Dom enthaltene ältere Bau (Speyer I) wird erst 1080 begonnen. Möglicherweise ist die Weihe von 1108 diesem Bau zuzuordnen. Damit könnte die Überlieferung der Bauherrnschaft Heinrich IV. für den Dom durchaus zutreffen. Dieser Bau war zunächst als kreuzförmige, dreischiffige, flachgedeckte Basilika mit Chorflankentürmen  und Krypta unter Chor und Apsis ohne gesonderten Westbau errichtet worden. Um 1100 sind die Chorflanken- bzw. Chorwinkeltürme nicht mehr zu früh.

Noch vor seiner Fertigstellung scheint die Planänderung zu einem der größten romanischen Kirchenbauten nördlich der Alpen erfolgt zu sein, vielleicht angeregt durch die gigantische, gewölbte burgundische Abteikirche Cluny III, deren Ostteile 1095 geweiht wurden, die jedoch erst Mitte des 12. Jh. fertiggestellt wurde. Das Mittelschiff wurde verlängert und ein Westbau hinzugefügt. Die Krypta wurde unter die jetzt ausgeschiedene Vierung und die Querhausarme erweitert. Dieser Umbau zu wird in die erste Hälfte des 12. Jh. zu datieren sein. Ich schlage vor, diesen Umbau als Speyer II zu benennen.

Um die Mitte des 12. Jh. sehe ich die letzte große Planänderung: die Einwölbung des Baus und die Errichtung der Vierungstürme (Vorschlag: Speyer III). Diese Baumaßnahmen dürften sich bis in das 13. Jh. erstreckt haben.

Aufgrund der Erwähnung eines Bischofs 614/615 und eines Doms um 665 sieht die Forschung noch einen merowingischen Vorgängerbau, von dem aber bisher keine Spuren gefunden wurden. Nach Korrektur der spätantiken Datierungen ist die Erwähnung eines Bischofs 1032/33 und des Doms um 1083 zu datieren.

Die Gründung des Doms durch Konrad II. könnte legendär sein oder es existierte tatsächlich ein Vorgängerbau, der noch nicht entdeckt wurde. Die Erwähnung eines Bischofs um 1032/33 legt nahe, dass es einen solchen gab. Da der Merowingerkönig Dagobert I. in Austrasien bis 1057 Alleinherrscher war, wäre die Bezeichnung des Bau als merowingisch nicht falsch.

Dieser Bau ist vermutlich außerhalb des Grundrisses des Doms, jedoch in unmittelbarer Nähe zu suchen, wie u. a. die Dombauten in Magdeburg, Mainz und Hildesheim zeigen, womit dieser Bau während der Bauarbeiten am Nachfolgebau genutzt werden konnte. Ob diesem die Weihe von 1061 zuzuordnen ist, muss hier offen bleiben. Die Königsgräber des 11. Jh., vermutlich auch die des 12. Jh., dürften aus diesem Bau später umgebettet worden sein.

Die Krypta von St. Maria im Kapitol in Köln, die immer im Zusammenhang mit der Speyerer Krypta genannt wird, und traditionell auch in das 11. Jh. datiert wird, ist ebenso zu früh datiert; schon aufgrund der Ableitung des Dreikonchenchors von der Geburtskirche in Bethlehem, die ich in das 12. Jh. datiere.
 

 

 

 

 

                                                                                                                                                                         

Letzte Bearbeitung dieser Seite: 20.03.2019

 

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