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Magdeburg, Dom St. Mauritius und St. Katharina

Die Ersterwähnung Magdeburgs fällt bekanntlich in das Jahr 805. Keine der Kirchen Magdeburgs jedoch führt seine Geschichte bis in diese Zeit zurück. Die früheste Erwähnung beansprucht das Moritzkloster mit dem Jahr 937 als Gründung Ottos I. entsprechend einer Urkunde Ottos I. für sich. Nach der Tradition soll der Magdeburger Dom aus dem o. a. Moritzkloster hervorgegangen sein. Mit Bezugnahme auf die Merseburger Chronik sieht die traditionelle Forschung einhellig die Domgründung im Jahr 955.

Schriftquellen

EHLERS hat die Quellennachrichten zur Bautätigkeit im Dom zusammengestellt. Die frühesten Baunachrichten sind für das Jahr 1004 vermerkt. 1004 erfolgte nach den Nachrichten die Translation von Mauritiusreliquien in den Magdeburger Dom. Offensichtlich handelt es sich um einen Domneubau im 11. Jh., dessen Anlass die Übertragung der Mauritiusreliquien war. Baunachrichten zum Dom des 10. Jh. gibt es anscheinend nicht.

Die Frühgeschichte des Magdeburger Doms krankt natürlich an dem auf der Startseite meiner Homepage ausgeführten Quellenproblem. Die maßgeblichen Quellen für das Moritzkloster und die Gründung des Doms sind die bekannten "üblichen Verdächtigen": Widukind und Thietmar von Merseburg - oder besser der Fälscher Wibald von Stablo und Corvey (1098-1158).

Von 1126-1134 war Norbert von Xanten in Magdeburg Erzbischof. Norbert von Xanten war ein Freund und Vertrauter Wibalds [FRANZ, 244]. Für ihn dürfte der "Fälscher" Wibald tätig geworden sein. Er erfindet für Magdeburg sowohl die Gründung des Doms im Jahr 955, das Moritzkloster mit dem Grab der Editha als auch die Grablege Ottos I. im Dom.

Es gibt natürlich noch weitere Quellen für den Magdeburger Dom, das sind vornehmlich die Tatenberichte der Erzbischöfe von Magdeburg (Gesta Archiepiscoporum Magdeburgensium) und die Magdeburger Jahrbücher (Annales Megdeburgenses), zusammengestellt im 12. Jh. Viele Nachrichten sind mit Thietmars Chronik ziemlich deckungsgleich. Das bedeutet natürlich nicht unbedingt eine Bestätigung der Chronik. Leider sind weder die Gesta noch die Annales unabhängige Quellen. Es ist davon auszugehen, dass Wibald diese als Quellen für seine Chronik verwendete und "überarbeitete".

Auch für die traditionelle Forschung ist die Überlieferung in der Merseburger Chronik über die Domgründung keineswegs klar. Dazu BRANDL / JÄGER [56f]: “Thietmars Überlieferung ist problematisch, beinahe gewinnt man den Eindruck einer Verschreibung oder Fehlstelle im Text. Gab doch Otto dem hl. Laurentius ein Gelübde für Merseburg – löste dieses dann aber in Magdeburg mit der Gründung einer Abtei und einem Kirchenneubau ein.“ BRANDL / JÄGER weiter: „Da Thietmar von 987 bis 1002 in Magdeburg gelebt hatte, mit der Überlieferung bestens vertraut war und auch sonst als zuverlässiger Chronist gilt, besteht keine Veranlassung, seine Nachricht grundsätzlich anzuzweifeln, wenn der offenkundige Widerspruch auch erklärungsbedürftig bleibt.“

Eine oft geübte Taktik ist, offenkundige Fehler in den Quellen einfach wegzuwischen, wie das bei EHLERS geschieht [EHLERS, 139]. Theoretisch könnten die mitgeteilten Fakten ja trotzdem zutreffen; ab und an hat sich der Verfasser eben geirrt.

Im Ergebnis ist zunächst festzuhalten, dass die Anfänge des Doms von Magdeburg - sofern man überhaupt von einem Dombau im 10. Jh. ausgeht - im Dunkeln liegen.

Für das Jahr 968 wird die Gründung des Erzbistums Magdeburg in den Quellen vermeldet. Spätestens mit der Bistumsgründung ist vom Vorhandensein eines Kirchenbaus auszugehen. Ob die Nachricht über die Erzbistumsgründung in Magdeburg im Jahr 968 den Tatsachen entspricht, muss hier offen bleiben.

Im Jahr 968 sollen noch weitere Bistumsgründungen erfolgt sein, so z. B. in Merseburg, in Zeitz als auch in Meißen. Die Bistumsgründung 968 in Meißen erachte ich für viel zu früh. Die Bistumsgründung 968 in Merseburg ist wahrscheinlich auch zu früh. Die angebliche Neugründung im Jahr 1004 sehe ich als das wahrscheinlichere Datum für die Bistumsgründung. Das Bistum Zeitz soll 1029 nach Naumburg verlegt worden sein. Ich denke, die vorherige Zeitzer Gründung hat nie existiert.

Grabungen

Es gibt mehrere größere Grabungskampagnen, die nachfolgend kurz vorgestellt werden.

1926 legte KOCH die noch heute zugängliche Krypta eines Vorgängerbaus unter dem heutigen Dom frei.

Um die Gestalt des ottonischen Westbaus zu erkunden, wurden 1959/1960 und 1965 durch LEOPOLD Grabungen im Dom durchgeführt. Er legte einen dreischiffigen Raum teilweise frei, den er aufgrund der Baunachrichten als Hallenkrypta, errichtet unter Erzbischof Tagino (1004-1012) ansprach. Die von KOCH ergrabene Ostkrypta schrieben LEOPOLD und SCHUBERT Erzbischof Hunfried (1023-1051) zu.

Trotz der Datierung der gefundenen Reste des Vorgängerbaus in das frühe 11. Jh. hielt die Forschung diesen Bau für den 955 errichteten Dom Ottos I. Unterstützt wurde diese Deutung durch das im heutigen Dom noch vorhandene Grab Ottos I. sowie die Verwendung von Spolien des Doms Otto I. im heutigen Dom.

Grabungen durch NICKEL von 1959 bis 1968 auf dem Magdeburger Domplatz (ca. 40-50 m nördlich des Doms) legten den Grundriss eines repräsentativen Steinbaus frei, der mehrheitlich als Palast bzw. Pfalz Ottos I. angesprochen wurde.

2001 bis 2003 wurde erneut auf dem Domplatz gegraben. Die Grabungsfläche befand sich unmittelbar östlich der Nickel'schen Grabung. Das Ergebnis war aufsehenerregend. Die Grabung ergab, dass der angebliche Palast zweifelsfrei ein repräsentativer Kirchenbau war. Durch die Entdeckung eines Grabes, das zeitlich nach dem Kirchenbau angelegt und das in das 3. Viertel des 10. Jh. datiert wurde, konnte dieser Kirchenbau eindeutig dem 10. Jh. zugewiesen werden. Dadurch wurde die bereits 1960 geäußerte alternative These bestätigt, dass die damals von NICKEL gefundenen Fundamentzüge kein weltliches Gebäude darstellten, sondern zu einem prachtvollen Kirchenbau gehörten. Natürlich ergab sich die Frage, was für einen Kirchenbau man gefunden hatte? Den Dom Otto I. sah man eigentlich unter dem heutigen Dom. Zur Grabung von 2001-2003 auf dem Domplatz ist inzwischen eine erste Veröffentlichung mit einer Wertung erschienen.

Aufgrund der Ergebnisse der Grabung von 2001-2003 und der neuen Fragestellung entschloss man sich, zur Abklärung der früheren Grabungsergebnisse (KOCH, LEOPOLD) erneut im Dom zu graben. Diese Grabungen begannen 2006 und wurden 2010 beendet. Es gelang, größere Klarheit über den Vorgängerbau des heutigen Doms zu erlangen. Einen weiteren Vorgängerbau, den man eindeutig in das 10. Jh. datieren konnte, fand man nicht. Bisher ist zu diesen Grabungen nur ein Zwischenbericht erschienen.

Die Nordkirche

Da wir es offensichtlich mit zwei frühen Kirchenbauten zu tun haben, übernehme ich von KUHN im Folgenden für den auf dem Domplatz ergrabenen Kirchenbau die Bezeichnung Nordkirche, dagegen für den Bau unter dem heutigen Dom die Bezeichnung Südkirche.

Schon die im Vorfeld der neuen Grabungen durchgeführte Aufarbeitung der Altgrabungen NICKELs durch LUDOWICI offenbarte, dass bei den aufgedeckten Bauresten bzw. Bauspuren von mindestens zwei Bauphasen  auszugehen ist. Danach gehört der Großteil der von NICKEL ergrabenen Fundamentzüge einer jüngeren Bauphase an, während ein Teil der im östlichen Bereich entdeckten Fundamente offenbar älter ist [KUHN, 2005]. Die neuen Grabungen von 2001-2003 schlossen östlich unmittelbar an die Altgrabungen NICKELs (1959-1968) an, wodurch neue Erkenntnisse für den Bereich der älteren Bauphase zu erwarten waren. Dem war auch so.

Aufgedeckt wurde ein ca. 41 m breiter, fünfzelliger Westabschluss eines Kirchenbaus (alt: Phase I [KUHN 2005], neu: Phase III [KUHN 2009]), der durch ein aufgefundenes Grab aus dem 3. Viertel des 10. Jh., das sich auf den bereits stehenden oder im Bau befindlichen mutmaßlichen Kirchenbau bezog, dem 10. Jh. zugeordnet werden konnte. Die sich westlich anschließende jüngere Bauphase (alt: Phase II [KUHN 2005], neu: Phase IV [KUHN 2009]), die durch die Grabung NICKELs bekannt ist, fluchtet im Wesentlichen mit dieser älteren Phase und erweist sich für mich damit eindeutig als Erweiterung. Aufgedeckt wurden vorwiegend Fundamentausbruchgräben. Nach Beendigung der Nutzung wurde der Bau offenbar einschließlich der Fundamente abgetragen. Nach KUHN ist es sicher, dass etwa Anfang des 13. Jahrhunderts der Bau komplett abgebrochen war.

Es ergeben sich vier wichtige Fragen. Erstens die Datierung der Phase IV, zweitens die Gestalt des Kirchenbaus des 10. Jh. (Bau III), drittens nach dem Ende der Nordkirche und zuletzt, welche Kirche wir überhaupt vor uns haben.

Von besonderer Bedeutung ist die Datierung der jüngeren Phase IV, da angenommen werden kann, dass die letzten Baumaßnahmen dort stattfanden. Die Phase IV datiert KUHN aufgrund schriftlicher Nachrichten, dass Erzbischof Norbert in unmittelbarer Nähe des Doms ein von Kaiser Otto dem großen errichtetes Gebäude auszubauen begonnen hat, in das 12. Jahrhundert. Durch ein in einem Fundamentausbruchsgraben gefundenes Teilstück einer attischen Basis aus der 2. Hälfte des 12. Jahrhunderts schlussfolgert KUHN, dass an diesem Bau sogar noch in der 2. Hälfte des 12. Jahrhunderts Baumaßnahmen stattfanden, d. h. dieser Bau müsste mindestens bis zu dieser Zeit genutzt worden sein. LUDOWICI sieht die Verfüllung der Fundamentausbruchgräben des Baus Phase IV Anfang des 13. Jahrhunderts im Zusammenhang mit dem Domneubau 1209. BRANDL / JÄGER erachten den Bau Phase IV für den nicht vollendeten Erweiterungsbau durch Erzbischof Norbert im 12. Jahrhundert, der aber schon unter Erzbischof Wichmann (1152-1192) wieder abgebrochen wurde. HELTEN sieht in Phase III und Phase IV sogar zwei aufeinander folgende Bauten.

Nun zur Gestalt des aufgefundenen Kirchenbaus. Leider konnten die Grabungen nach Osten nicht fortgeführt werden, da sich an dieser Stelle die Staatskanzlei befindet. KUHN hält sich mit einer Rekonstruktion zurück bzw. macht nur Andeutungen. Dagegen lässt HELTEN seiner Phantasie freien Lauf. Unter Bezug auf St. Maximin in Trier und den Dom in Hildesheim, wo allein gegenständige Apsiden archäologisch nachgewiesen wurden, rekonstruiert er mit Blick auf die besonderen Beziehungen Ottos I. zu Trier, der dortigen spätantiken Doppelkirchenanlage, der Lage der Kapelle St. Gangolf und  aufgrund des beschränkten Platzes in Magdeburg bis zur Elbe einen Zentralbau in Anlehnung an den Trierer Dom. Er geht sogar noch weiter. Da er die Identifikation mit der Laurentiuskirche favorisiert, rekonstruiert er eine Emporenkirche in Anlehnung an San Lorenzo fuori le mura in Rom infolge etwaiger Übereinstimmungen mit Gernrode, für das Magdeburg als Vorbild gedient haben soll. [HELTEN, 74ff] Nach Ansicht der Ausgräber war das Bauwerk 80 m lang, 41 m breit und bis zu 60 m hoch.

Meine Auffassung dazu: Wenn man die Altgrabungen durch NICKEL und die jüngsten Grabungen zusammen betrachtet, so ist im Osten der Westabschluss eines Kirchenbaus (Phase III) auszumachen, der nachträglich eine Erweiterung nach Westen (Phase IV) erfahren hat. Der Westabschluss des Kirchenbaus (Phase III) ist nur angerissen. Erkennbar ist ein 5-zelliger Grundriss mit stark eingezogenen gegenständigen Apsiden in der Mittelachse. Die beiden äußeren Raumkompartimente besitzen je eine Westapsis. Wie sich der Bau nach Osten fortsetzte und damit der Großteil des Grundrisses ist unbekannt, da sich heute hier die Staatskanzlei befindet.

Die äußeren Zellen des Westbaus Phase III besitzen Westapsiden (!). Mir ist kein Vergleichsbau bekannt, wo neben einer westlichen Hauptapsis noch westliche Nebenapsiden existieren. Der Bau II (=Periode VIIa/VIIb) des Kölner Doms zeigt ein Westquerhaus mit zentraler Westapsis. Die Querhausannexe besitzen ebenfalls Apsiden, jedoch Ostapsiden. Zur Datierung des Kölner Baus: während JACOBSON die 2. Hälfte des 9. Jahrhunderts annimmt, geht BINDING von den Baumaßnahmen unter Erzbischofs Bruno (953-965) aus. [JACOBSON / SCHAEFER / SENNHAUSER, 214f] Das 10. Jh. ist für Köln auf jeden Fall glaubhafter. Damit wären Köln und Magdeburg etwa zeitgleiche Bauten.

Zur Rekonstruktion eines Zentralbaus durch HELTEN denke ich, dass hier der Bogen überspannt wird. Diese Rekonstruktion erachte ich als unzulässige Spekulation. Die ergrabenen Fundamente geben eine solche Rekonstruktion nicht im Ansatz her. HELTENs These von einem Zentralbau gründet sich auf den geringen Abstand zur Hochuferkante der Elbe. Da der Bau angeblich ca. 80 m lang gewesen sein müsste und die Topographie nur 50 m hergibt, sieht er keine andere Alternative. Meines Erachtens ist der Ansatz von 80 m Länge nicht zutreffend. Diese 80 m rühren aus einer Rekonstruktion LUDOWICIs her, die St. Maximin in Trier bzw. die Marienkirche in Memleben als Vorbilder heranzieht. Von St. Maximin stammt vielleicht das Motiv der gegenständigen Apsiden, aber keinesfalls die Grundrissform. St. Maximin ist eine querhauslose Basilika, in Magdeburg haben wir es beim Bau Phase III mit einem Westquerbau zu tun. Irgendwelche Rückschlüsse von Trier auf Magdeburg sind nicht möglich. Memleben verorte ich erst im 12. Jahrhundert.

Eine Aussage zum Gesamtgrundriss und somit zur Länge der Kirche ist nicht möglich. Es ist aus meiner Sicht durchaus möglich, dass die Gesamtlänge der Kirche nicht viel größer war als die Gesamtbreite des Westquerbaus. Nach [KUHN, 2005, 22] beträgt die Breite der mittleren Zelle (= Mittelschiff) 10,98 m, womit bei einer Länge unter 50 m ein Länge/Breite-Verhältnis von 3 bis 4 möglich ist, was bei frühen Kirchen nicht außergewöhnlich ist. Wir müssen bedenken, dass wir es mit einem der ersten Kirchenbauten im Osten zu tun haben.

Die Erweiterung nach Westen (Phase IV) besteht aus einem offenbar mehrgeschossigen Westquerbau mit Treppentürmen in den Zwickeln zwischen Querhaus und Seitenschiffswand. Spannfundamente weisen auf eine Stützenstellung im gesamten Querbau hin. Das Mittelschiff besitzt als Westabschluss wieder gegenständige, diesmal nicht eingezogene Apsiden. Westlich des Querhauses setzen sich die Seitenschiffswände fort. Die dadurch entstehenden Räume neben den gegenständigen Apsiden sind im Westen in Flucht der Außenkante der gegenständigen Apsiden gerade geschlossen. Die Fluchten der Mittelschiffswände und der Seitenschiffswände entsprechen der Zellengliederung der Phase III, ebenso in etwa die Ausladung des Querhauses.

Im Ansatzbereich sind nur die inneren und die darauf folgenden Längsfundamente weitergeführt. Das bedeutet, dass wir es mit einem 3-schiffigen Bau zu tun haben. Es ist m. E. zwingend davon auszugehen, dass der Bau Phase III ebenfalls 3-schiffig und damit auf jeden Fall ein Longitudinalbau war. Ich sehe in der Erweiterung eine logische Fortsetzung des Kirchengrundrisses des Baus Phase III. Der relativ kleine Ursprungsbau dürfte aufgrund des sicher schnell gestiegenen Repräsentationsbestrebens schon bald zu klein gewesen sein.

Der Bau Phase IV ist eindeutig der Westbau einer Kirche. Als isoliertes Gebäude ergibt der Grundriss keinen Sinn, auch wenn die bisherige Forschung bei der Beurteilung des NICKEL-Grundrisses die tollsten Verrenkungen für eine Rekonstruktion eines Pfalzbaus angestellt hat. Auch der Anschluss des Baus Phase IV an den Bau Phase III an dessen Fundamente 1.2 und 1.5 sowie die Aufnahme der Mittelschiffsbreite des Baus Phase III belegen eindeutig eine bauliche Zusammengehörigkeit.

Gegenständige Apsiden kennen wir nur an zwei Bauten, das sind St. Maximin in Trier und am Hildesheimer Dom. Da das Baumotiv der gegenständigen Apsiden bei St. Maximin in Trier zu einem monumentalen Westportal gehören soll, ist in Magdeburg möglicherweise auch von einer Eingangssituation sowohl für den Bau Phase III als auch für die Erweiterung Phase IV auszugehen, wofür aber kein archäologischer Beleg existiert. Leider fehlen weitere Beispiele für gegenständige Apsiden, so dass die Vermutung einer Eingangssituation nicht weiter untermauert werden kann.

Nach JACOBSEN [JACOBSEN / SCHAEFER / SENNHAUSER; 424f] haben wir in Hildesheim möglicherweise keine gegenständigen Apsiden vorliegen, sondern die Ostapsis und die Westapsis zweier nicht zeitgleicher Kirchenbauten.

Der östliche Ursprungsbau war entweder ein rein gewesteter Bau, wofür ein wenig die nach Westen orientierten Nebenapsiden sprechen würden, die gegenständigen Apsiden jedoch eher nicht, da sie eine Eingangssituation nahe legen. Wahrscheinlicher ist jedoch für den Ursprungsbau eine doppelchörige Anlage. Auch die Erweiterung hatte mit großer Wahrscheinlichkeit einen apsidial geschlossenen Westchor im Obergeschoss, womit der Kirchenbau auch nach der Erweiterung eine doppelchörige Anlage blieb. Im Erdgeschoss des neuen Westbaus denke ich an eine Eingangssituation mit Vorhalle.

Höchstwahrscheinlich wurden mit der Erweiterung des Kirchenbaus die äußeren Zellen des alten Westquerbaus abgebrochen. Ich denke, dass die Bestattungen im Bereich der südlichen Zelle nicht innerhalb des Kirchenbaus, sondern nach Abbruch der südlichen Zelle erfolgt sind und damit außerhalb des Kirchenbaus lagen. Leider bietet KUHN für diese Bestattungen keine Datierung. Diese würde einen Rückschluss auf die zeitliche Einordnung der Erweiterung liefern können.

Wann wurde die Erweiterung ausgeführt? Ich schätze, dass die Erweiterung im 11. Jh. oder vielleicht Anfang des 12. Jh. erfolgt ist. LUDOWICI sieht in der Wiederaufnahme der gegenständigen Apsiden eine Reproduktion des ottonischen Baumotivs im 12. Jahrhundert. Da der gesamte Bau im 13. Jh. abgebrochen wurde, bleiben nur das 11. oder 12. Jh.

Wie lange hat der Kirchenbau (Phase III und IV) bestanden und warum wurde er nach relativ kurzer Zeit wieder aufgegeben und komplett abgeräumt? Eigentlich muss man konstatieren, dass wir weder Zeitpunkt noch Gründe der Aufgabe dieses Kirchenbaus kennen. Die Annahme KUHNs betreffend Baumaßnahmen in der 2. Hälfte des 12. Jahrhunderts stützen sich auf ein einziges in einem Fundamentausbruchsgraben gefundenes Bruchstück einer attischen Basis, wobei er annimmt, dass dieses in der Kirche verbaut war.

Mit welchem Kirchenbau haben wir es zu tun? In der Literatur sind drei Kirchenbauten im Gespräch. Das Moritzkloster, der Dom Ottos I. und die vereinzelt nach den Quellen zu erschließende Kirche des Nonnenklosters St. Laurentius.

Für KUHN ist der ergrabene Kirchenbau aufgrund seiner Größe und Ausstattung mit hoher Wahrscheinlichkeit der Dom Ottos I. Dass der gefundene Bau die Moritzkirche ist, schließt er wegen der großen Dimensionen und der reichen Ausstattung aus. Dagegen plädieren BRANDL / JÄGER als auch HELTEN für die Kirche des Nonnenklosters St. Laurentius. Auch UNTERMANN [186f] schließt sich dieser Meinung an, obwohl er eingangs bemerkt, dass die Bauten des 10. Jahrhunderts in Magdeburg "höchst unklar" sind. Er sieht diesen Bau als Gründung Ottos I., als Grablege, die aber dann so nicht realisiert wurde. Die Identifikation mit der 1207 abgebrochenen Domkirche oder einem Vorgängerbau schließt er weitgehend aus. SCHMIDT [389ff] sieht wie KUHN in dem ca. 40 m nördlich des gotischen Doms aufgefundenen Bau den Dom Otto I. Sein Hauptanliegen ist jedoch – wie im Titel erwähnt – der Grabort Otto I.

Wie steht es mit der reichen Ausstattung? Die entdeckten Fundstücke zeigen sehr deutlich, mit welch hohem Aufwand das Bauwerk ursprünglich ausgestattet worden war" [KUHN, 2004]. U. a. wurden Reste eines Schmuckfußbodens analog den Schmuckfliesen in der Krypta unter dem heutigen Dom gefunden. „ein Vergleich der Neufunde … mit den Steinen in der Krypta unter dem gotischen Dom ergab eine weitestgehende Übereinstimmung. Wie ist dieser Befund zu deuten? Kamen die Steine vom Kirchenbau am Domplatz in die Krypta unter den gotischen Dom?..." [KUHN, 2004].

Es wurde kein Stück der reichen Ausstattung in situ gefunden. Die Ausstattungsstücke sind allein in den Verfüllmassen aufgefunden worden. Stammen die Verfüllmassen aus dem Bau Phase I ?. LUDOWICI nimmt für die Verfüllung der Fundamentgräben des Baus Phase II an, dass diese mit Abbruchmassen erfolgt ist, die im Zusammenhang mit dem Bau des heutigen Doms 1209 angefallen sind, d. h. mit Abbruchmassen des unmittelbaren Vorgängerbaus des Doms, mit der unter dem Dom ergrabenen Kirche. Dass in dieser Kirche die Schmuckfliesen verbaut waren, ist erwiesen, denn in der freigelegten Krypta sind diese in situ vorhanden. Der Hallenser Baugeschichtler SCHUBERT bezweifelt die behauptete großartige Innenausstattung der Kirche und die Identifizierung der Kirche mit dem ottonischen Kaiserdom, da dafür die Funde zu dürftig sind [NAWRATH 2006]. Nach LEOPOLD [1983, 78] - unter Bezugnahme auf eine gleich lautende Bemerkung KOCHs - scheint der in der Hunfriedkrypta gefundene Schmuckfußboden "...mit seinem Muster und in seiner Begrenzung nicht zum Raum zu passen. Das könnte für eine Übernahme von einem anderen Bau sprechen." Möglicherweise waren diese Schmuckfliesen doch in der ergrabenen Kirche verbaut und wurden für den Neubau des 11. Jahrhunderts wiederverwendet.

NAWRATH [2003] zitiert in einem dpa-Artikel den Magdeburger Historiker Michael Kleinen, der überzeugt ist, dass der Kirchenbau nie fertiggestellt oder bald nach Baubeginn eingestürzt ist. In den ottonischen Schriftquellen gäbe es keinen Beleg für einen Prachtbau wie einen Kaiserdom. Dem widerspricht Ausgrabungsleiter Rainer Kuhn. Die zahlreichen Ausstattungsfundstücke wie Fußbodenmosaike aus Kalkstein und Marmor, glasierte Fliesen und farbiger Wandputz würden beweisen, dass der Dom auf jeden Fall fertiggestellt und in Nutzung genommen worden sei.

Für mich liegt auf der Hand, dass die aufgefundene Kirche (Phase III) der Gründungsbau des Magdeburger Doms ist und damit ein Vorgängerbau des heutigen Doms, dessen Baubeginn in die 2. Hälfte des 10. Jahrhunderts zu datieren ist.

Natürlich ist dieser Bau nicht der Dom Otto I., da ich die Gründung durch Otto I. für einen Mythos halte. Ungeachtet dessen haben wir mit großer Wahrscheinlichkeit mit diesem Bau den ersten Dombau in Magdeburg vor uns.

Anfang des 11. Jahrhunderts entschied man sich für einen Neubau, der südlich der bestehenden Kirche an der Stelle des heutigen Doms errichtet wurde - die ergrabenen Reste unter dem heutigen Dom – die sog. Südkirche. Mit der Innutzungnahme der neuen Kirche wurde die alte Kirche zunächst weiter genutzt und sogar noch erweitert. Aus unbekannten Gründen entschied man sich kurze Zeit später für den vollständigen Abbruch.

Zum Patrozinium: Das Patrozinium des Ursprungsbaus kennen wir nicht. Ob dieser Bau evtl. die in den Quellen vereinzelt erwähnte Laurentiuskirche war, wissen wir nicht. Das Laurentiuspatrozinium verschwand allmählich. In den Quellen taucht es letztmalig im 11. Jahrhundert auf. Nach meinem Dafürhalten war der Ursprungsbau auch nicht Mauritius geweiht. Die Übertragung der Mauritius-Reliquien erfolgte erst 1004 unter Erzbischof Tagino (für mich die erste Translation der Mauritiusreliquien!). Die Reliquien waren für den Domneubau , der seit dem bis heute das Mauritius-Patrozinium innehat.

Der Ursprungsbau behielt sicher das ursprüngliche Patrozinium bis zu seinem Abbruch.

Der Vollständigkeit wegen sei erwähnt, dass bei den Grabungen zwei parallele Fundamentzüge nachgewiesen wurden, die älter als die Phase III sein sollen und dieselbe Achse und Orientierung haben wie Phase III und IV. KUHN ordnet diese einer Phase II (alt: 0) zu. Ob die Phase ein Kirchenbau war, ist ungewiss. Die darunter aufgedeckte Phase I (alt:-1) dürfte aufgrund seiner geringen Größe als Vorgängerbau ausscheiden.

Die Südkirche

Zunächst vorab: Ohne neue Grabungsergebnisse legten 2001 SCHUBERT und LEOPOLD [LEOPOLD / SCHUBERT] trotzdem eine neue Rekonstruktion für den ottonischen Dom vor. Nicht nur das. Sie ergänzen sogar aus einem bisher nicht zuzuordnenden, ergrabenen Mauerzug die bislang noch nicht lokalisierte Moritzklosterkirche. Für die Grundrissrekonstruktion des ottonischen Doms übernehmen sie den Memlebener Grundriss. Die ergrabenen Ostteile weisen sie einer Erweiterung durch Erzbischof Hunfried zu. Für ihre Rekonstruktion gehen sie von der Überlieferung durch Widukind zur Grabstelle der Editha aus und dem bei Thietmar zu findenden Wunsch Ottos, nach seinem Tode neben seiner Gemahlin zu ruhen sowie von der Annahme  des unveränderten Grabortes Ottos I. aus.

Ich denke, mit den Ergebnissen der Grabung von 2006-2010 und der Kenntnis, dass sowohl die Sachsenchronik Widukinds als auch Thietmars Chronik spätere Fälschungen sind, hat sich dieser Beitrag erledigt.

Seit den Grabungen von KOCH 1926 ist bekannt, dass sich unter dem heutigen Dom die Reste eines Vorgängerbaus befinden. Die damals ergrabene Ostkrypta wiesen LEOPOLD und SCHUBERT Erzbischof Hunfried (1023-1051) zu. Von LEOPOLD wurde der Westabschluss dieses (?) Baus ergraben. Er sah eine Westkrypta, die er aufgrund einer entsprechenden Nachricht Erzbischof Tagino (1004-1012) zuschrieb. LEOPOLD erstellte aufgrund dieser  und weiterer punktueller Funde eine Rekonstruktion des ottonischen Doms als doppelchörigen Bau mit einem östlichen Querhaus und einem Westquerbau, einem Atrium im Westen und Chorhals und Chorflankentürmen im Osten, die bis vor kurzem galt.

Die Grabungen von 2006 bis 2010 sollten hier endlich Klarheit über die Gestalt des unter dem heutigen Dom befindlichen Vorgängerbaus und ggf. weiterer Vorgängerbauten, z. B. die Moritzklosterkirche, liefern.

Vorweggenommen, es konnte zwar der Kenntnisstand über den Grundriss verbessert und die genaue Lage der Achse bestimmt werden. Die Gestalt des Westbaus tritt jetzt klarer hervor und das Atrium, das LEOPOLD vermutete, konnte endlich ad acta gelegt werden. Aber ein weiterer Vorgängerbau oder die Moritzklosterkirche wurden nicht gefunden.

Im 2009 veröffentlichten Zwischenstand [KUHN 2009, 226] bekennt KUHN:

- “dass es wenig gibt, was sich unter dem Dom gesichert dem 10. Jh. zuweisen lässt“

- “vom archäologischen Befund her kann bisher nicht gesichert von einem Beginn der steinernen Sakralarchitektur ab 937 (Moritzkloster) oder ab 955 (Domneubau) im Bereich der Südkirche ausgegangen werden. Der bisherige Befund der Phase C I ließe sich problemlos mit einem Beginn der Bebauung um die Jahrtausendwende vereinbaren“

- “dass – zumindest bisher - keine zwei unabhängig voneinander errichtete Sakralbauten im Sinne eines Moritzklosters und eines neu konzipierten Domes festzustellen sind“

- “Die im Plan von E. Schubert und G. Leopold sogenannte Moritzklosterkirche gibt es in dieser Form nicht – ebenso wie die Westkrypta. Es ist beim gegenwärtigen Ausgrabungsstand nur eine eindeutige Kirche nachweisbar – mit einer Krypta im Osten“

Da eine Westkrypta verneint wird, versucht man die überlieferte Nachricht zum Kirchenneubau ab 1004 mit der Kryptenweihe 1008 auf die von KOCH ausgegrabene Ostkrypta zu beziehen, und Hunfried nur eine Verlängerung dieser nach Westen zuzuschreiben [FORSTER, 21f], sozusagen eine Veraltung der KOCHschen Krypta. Das widerspricht nach meiner Ansicht der Überlieferung zu Hunfried, wonach er das Sanktuarium erneuerte und vergrößerte und unter diesem eine Krypta anlegen ließ [EHLERS, 135]. Scheinbar gab es bereits ein Sanktuarium ohne Krypta.

FORSTERs [21] Erklärung des Widerspruchs zum Begräbnisort von Erzbischof Tagino erscheint sehr konstruiert. Nach FORSTER beschreibt Thietmar-Wibald zu Taginos Bestattung 1012 „occidentali parte in coro ante criptam“ denselben Begräbnisort wie bei Walthards Bestattung (der zu Seiten seines Vorgängers, also Tagino bestattet wurde) „tumulatur ad dexteram antecessoris sui in australi manica“ [ebd., 21]. Er schlussfolgert: „Wenn dieser aber zur Rechten Taginos und zugleich im Südquerarm beigesetzt wurde, kann Taginos Krypta nur nach Osten ausgerichtet gewesen sein.“ [ebd., 21]. Diese Erklärung lässt die Ortsangabe „occidentali parte“ schlicht außen vor, weil sie offensichtlich nicht passt. Wiederum erscheint der Hinweis „in coro ante criptam“ für den Westbau problematisch. Mit der Erkenntnis, dass Thietmar-Wibald erst viel später schreibt, dürfte die Unkenntnis Thietmars erklärlich sein.

Interessant ist die Situation der aufgefundenen erzbischöflichen Grabstellen in Kirchenmitte. KUHN [2009, 227f] schlägt zwei Arbeitshypothesen hierzu vor. Ich plädiere für die zweite, wonach die drei gemauerten Gräber wie folgt zu interpretieren sind: In den beiden seitlichen Gräbern die 1023-1051 umgebetteten Gräber Taginos und Walthards, das mittlere Grab für Hunfried. 1119-1124 wurden diese dann unter Rotger erneut umverlegt.

Ob der bis jetzt bekannte Westabschluss der ursprüngliche ist, ist auch noch nicht erwiesen. Vielleicht bringen die noch ausstehenden Grabungsergebnisse hierzu mehr Klarheit.

Auch für die Ansprache der Kirchen legt KUHN aufgrund der für ihn immer noch unklaren Situation einen neuen Interpretationsvorschlag vor [2009, 232]. Dieser lautet, dass der     Bau C I (Südkirche) der Neubau Taginos von 1004 und die Nordkirche der ottonische Dom des 10. Jh. gewesen sei. Seit der Aufdeckung der Nordkirche 2003 habe ich die Auffassung vertreten, dass der unter dem heutigen Dom ausgegrabene Vorgängerbau des 11. Jh. der Nachfolgebau der Kirche auf dem Domplatz gewesen sei. Das war für mich die schlüssigste Erklärung der Fundsituation. KUHNs Einschränkung, dass es keine Nachricht von einer Umbettung Ottos des Großen gibt, erledigt sich, wenn man in Betracht zieht, dass Otto I. als Mythos nicht im Dom bestattet sein kann und dass das fingierte Grab Ottos I. m. E. erst im Dom-Neubau des 13. Jh. verehrt wird.

Die Moritzklosterkirche

Letztlich bleibt die offene Frage nach der Moritzklosterkirche. „Im Bereich der Südkirche ist kein Moritzkloster nachweisbar, es sei denn, man zieht die spärlich erhaltene Phase A als solches heran, was – wie gesagt – derzeit nicht beweisbar ist. Das heißt nicht, dass es eine solche Kirche nie gegeben hat, aber im archäologischen Befund ist sie nicht nachweisbar.“ [KUHN 2009, 232]

KUHN erwägt noch, die Phase II der Nordkirche für die Moritzklosterkirche anzusprechen. „Für diesen größeren und jüngeren der beiden Vorgängerbauten (Nordkirche Phase II) wäre ebenfalls eine Ansprache als Moritzkloster denkbar, aber angesichts der geringen ergrabenen Reste natürlich derzeit nicht zu beweisen.“ [ebd. 232] Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Die Moritzklosterkirche als Ursprungsbau für den Dom ist eine Erfindung Thietmar-Wibalds. Es gab sie nie und konnte deshalb auch nicht gefunden werden. Die Installation der Moritzklosterkirche in den Schriftquellen durch Thietmar-Wibald dürfte ausschließlich der Erhöhung der Glaubwürdigkeit für die Grablege Otto I. in Magdeburg als Rückbestätigung seines Konstrukts und vielleicht auch der Veraltung des Mauritiuspatroziniums gedient haben.

In Magdeburg eine Doppelkirchenanlage?

Unter Einbeziehung der unter dem heutigen Dom ergrabenen frühromanischen Kirche, die nach seiner Ansicht im 11. Jahrhundert oder sogar schon im 10. Jahrhundert zeitgleich existierte, sieht KUHN den Nachweis einer Doppelkirchenanlage in Magdeburg erbracht [2005, 40].

Nach KUHN lässt sich jedoch das zeitgleiche Vorhandensein zweier Kirchen "nur bedingt mit der schriftlichen Überlieferung bzw. deren bisheriger Interpretation verbinden, denn hier werden überwiegend das Moritzkloster bzw. die erzbischöfliche Kirche gewürdigt" [KUHN 2005, 39f].

Ich sehe "nur" zwei Kirchen räumlich nah beieinander. Zum einen die Bischofskirche und zum anderen den Vorgängerbau, der vor dem Neubau und während des Baus des neuen Doms als Bischofskirche diente, danach aber mit einer veränderten, aber natürlich weiter kirchlichen Nutzung.

Eine ähnliche Situation ist in Mainz vorhanden gewesen. Der Gründungsbau des heutigen Doms war offensichtlich die heutige Johanniskirche. Die Funktion als Bischofkirche ging dann auf den um die Jahrtausendwende erbauten Willigisdom über. Die Kirche St. Johannis gibt es noch heute. Der Begriff Doppelkirchenanlage hat dort niemand in den Mund genommen.

Eine Frage erhebt sich diesbezüglich für mich. Wenn zu Thietmar-Wibalds Zeiten im 12. Jh. zwei Kirchenbauten unmittelbar nebeneinander zeitgleich in Magdeburg bestanden haben, wieso ignoriert Thietmar-Wibald diesen zweiten Bau völlig? War der Ursprungsbau schon zu Thietmar-Wibalds Zeit verschwunden, d. h. erfolgte der Abbruch schon im 12. Jh., oder stammt die Chronik erst aus späterer Zeit, z. B. dem 13./14. Jh.?

Was zeichnet eigentlich eine Doppelkirchenanlage aus? Da beginnt das Problem. Es gibt keine eindeutige Definition für eine Doppelkirchenanlage. M. E. hat diese fehlende Definition zu der heutigen chaotischen Verwendung dieses Begriffs geführt.

Ursprünglich war nur die unter dem Dom und der Liebfrauenkirche in Trier ergrabene antike Anlage (Ausgrabung durch KEMPF 1943-1946) als Doppelkirchenanlage bezeichnet worden. Dieser Bau, bestehend aus zwei parallelen Basiliken, war zumindest in einem baulichen Zusammenhang, wenn ich auch die Ansprache der Trierer "Doppelkirchenanlage" als Kirche für falsch halte. Unverständliches für einen Kirchenbau (Fehlen eines Altarfundaments, zahlreiche Nebenräume, die man sich nicht erklären konnte) haben die Ausgräber bei ihrer Interpretation einfach unter den Tisch fallen lassen. Eine weitere Doppelkirchenanlage in Aquileja wurde schon in den 50er Jahren als Irrtum wieder von der Liste gestrichen (siehe Wessel 1955). Damit gab es letztendlich nur eine Doppelkirchenanlage, was an sich kaum für einen Bautypus sprechen konnte.

In der Forschung sind zwei weitere spätantike Doppelkirchenanlagen im Gespräch: Die auf dem Hemmaberg in Südkärnten ausgegrabenen Kirchengrundrisse von fünf Kirchen, die dem frühen 6. Jh. zugeordnet werden. Diese wurden neben einem spätantiken Gräberfeld des 5./6. Jh. entdeckt und als Pilgerzentrum angesprochen. Die Dopplung der Kirchen konnten sich die Ausgräber nur mit dem Aufkommen des Arianismus während der Gotenherrschaft in Binnennoricum (493-536/539) erklären, wonach für den arianischen Gottesdienst eigene Bauten errichtet wurden, womit zwei Doppelkirchenanlagen entstanden seien. Die Datierung entstand offensichtlich aufgrund der Münzfunde in der Aufschüttung im Bereich der beiden westlichen Kirchen. „Eine Münze des (späteren) 5. Jh. und eine Münze des 6. Jh. sind Unikate.“ [STEINKLAUBER]. Die Aufschüttung erfolgte durch „aufwendige Materialumschichtungen zur Planierung des Hangterrains für die gleichzeitig errichteten Sakralbauten“ [ebd]. Ist die Geländeregulierung wirklich für die Sakralbauten erfolgt?  STEINKLAUBER findet es „erstaunlich, dass das weniger abfallende Gelände nördlich davon als Platzanlage unverbaut blieb“ [ebd] Müssen die Münzfunde aus der Zeit der Geländeregulierung sein? Sie könnten auch ihrem früheren Lagerort zu viel früherer Zeit in den Boden gekommen sein. Ich erachte sowohl die Datierung als auch den arianischen Bezug als Irrtum. Ob alle Kirchen zeitgleich existierten, ist m. E. auch in Frage zu stellen. Vielleicht ist auch bei  dem einen oder anderen Bau an eine frühere, nicht christliche Bestimmung zu denken. Ich sehe die Kirchenbauten erst im 11. und 12. Jh. Eine spätgotische Kirche steht noch heute auf dem Hemmaberg. Für sie ist sicher an einen Vorgängerbau zu denken oder sollte der Hemmaberg nach einer frühen christlichen Blüte Jahrhunderte ohne Kirchenbau gewesen sein?

Zurück zur Definition einer Doppelkirchenanlage. In ihrer Rezension zu LADSTÄTTER formuliert STEINKLAUBER: „Ihre unterschiedliche Ausstattung, die südliche (=vierte) Kirche ist mit Priesterbank und Reliquienloculus, die nördliche (=fünfte) mit einer piscina versehen, scheint die Bezeichnung Doppelkirchenanlage, trotz leicht verschwenkter Orientierung der fünften Kirche und größeren räumlichen Abstandes zwischen beiden Bauten, zu rechtfertigen.“

Auf jeden Fall ist für STEINKLAUBER eine Doppelkirchenanlage erst gegeben, wenn zumindest eine funktionelle Beziehung zwischen beiden Kirchen besteht. Die reine Existenz von zwei Kirchen in räumlicher Nähe ohne den Nachweis einer liturgischen Verbindung reicht offensichtlich nicht. LEHMANN verwendet den Begriff Doppelkirchenanlage nicht und hat für die sich liturgisch ergänzenden Einzelbauten den Begriff „Kirchenfamilie“ geprägt [LEHMANN]. Nach LEHMANN finden die verschiedenen kultischen Handlungen in der Frühzeit in kleinen räumlich voneinander getrennten Bauten statt. In späterer Zeit wurden alle diese Funktionen dann in einem großräumigen Bau vereint.

PÄFFGEN [152], auf den sich KUHN für die Identifizierung der Magdeburger Nord- und Südkirche als Doppelkirchenanlage beruft, liefert den Anflug einer Definition: „Doppelkirchen waren aus dem Bedürfnis einer besonders feierlichen, „doppelt“ inszenierten Liturgie bereits in spätantiker Zeit entstanden.“ Er geht noch einen Schritt weiter und setzt Doppelkirchenanlagen und doppelchörige Kirchen gleich. Letztere bezeichnet er als axiale Doppelkirchen. Er unterstellt den doppelchörigen Anlagen die gleiche liturgische Funktion wie nebeneinander angelegten Doppelkirchen [ebd]. Ich halte die Behauptung dieses Zusammenhangs für problematisch. (Für doppelchörige Anlagen gibt es von MANN eine ausführliche Untersuchung "Doppelchor und Stiftermemorie", in der er die Motive für die Errichtung und die liturgische Einbindung von Gegenchören beleuchtet. OSWALD bestätigt die Ergebnisse von MANN. Doppelchörige Kirchen gibt es bis in das 15. Jh.)

Ob das übliche Nebeneinander von Kirchen unterschiedlicher Funktion, z. B. Bischofskirche, Kanonikerkirche, Haupt- und Nebenkirche, Sommer- und Winterkirche, die Charakterisierung als Doppelkirchenanlage rechtfertigt – wie PÄFFGEN [ebd. 153] meint –, darf bezweifelt werden.

Nach meiner Auffassung gab und gibt es keine Doppelkirchenanlagen als Bautypus. Am ehesten könnte man noch LEHMANNs These von der Kirchenfamilie nachvollziehen, wobei die Dombauten im Ostfrankenreich des 10. Jh. dieses Stadium offensichtlich ausgelassen haben.

Nebenbei bemerkt, verjüngt PÄFFGEN die Trierer Doppelkirchenanlage zur merowingischen Doppelkirchenanlage, nennt aber dafür keine Gründe.

Das Grab Ottos des Großen und der Editha

Das uns heute präsentierte Patchwork-Grabmal ist mit Sicherheit nicht das echte, schon gar nicht das ursprüngliche Grab. Wenn die Kirche zum Zeitpunkt von Ottos Tod weiter nördlich gestanden hat und Otto I. dort wirklich bestattet wurde, so muss das Grab zumindest einmal umgebettet worden sein. Der Sarg Ottos I. war letztmalig im Jahr 1844 geöffnet worden [SCHUBERT / LOBBEDEY; 384f].

EHLERS vermerkt offensichtlich irritiert: „Es bleibt der Hinweis auf das merkwürdige Schweigen der Magdeburger Quellen zu Otto I. und seiner Gemahlin Edgiths Bestattungen im Dom. Kaum eine früh- oder hochmittelalterliche Auskunft ist über den Umgang mit den beiden Gräbern zu finden, wie schon öfters bemerkt wurde. Waren sie den Magdeburgern wirklich so unwichtig?“ [EHLERS, 238]

Nach meiner Auffassung kann es das Grab Ottos I. im Dom nicht geben. Wie bereits mehrfach angemerkt halte ich Otto I. im Zusammenhang mit Magdeburg für einen Mythos bzw. ein Konstrukt des 12. Jh.

Das im Magdeburger Dom präsentierte Grab ist eine Falschzuschreibung. Vorstellbar für mich ist, dass das präsentierte Grab das des Sachsenherzogs Otto IV. (geb. 1175/76, gest. 1218, von 1209-1218 angeblich dt. Kaiser), dessen Vater Heinrich (der Löwe) hieß und Herzog von Sachsen war und dessen Mutter Mathilde hieß und eine englische Königstochter war. Was für eine merkwürdige Übereinstimmung mit Otto dem Großen der Geschichtsbücher. Seine Jugend verbrachte Otto IV. am Hof Heinrich II. in England und Frankreich. Für ihn ist eine enge Verbindung zum Papst überliefert. Sein Grab im Braunschweiger Dom ist nur durch eine moderne Gedenktafel zu Füßen seiner Eltern markiert. Eine richtige Grabstelle gibt es nicht. Er soll den Magdeburger Dombau besonders gefördert haben. Bei seinem Tod 1218 war der noch heute stehende Magdeburger Dom gerade im Bau. Im Zusammenhang mit der Kreation der Ottonenlegende könnte aus dem Grab Otto IV. das Grab Kaiser Otto I. geworden sein.

Betrachtet man die Grablegen von Kaisern in Kirchen, so wäre Magdeburg mit Kaiser Otto I. das früheste Beispiel und für meine Begriffe anachronistisch. Erst ab Heinrich II. lässt sich die Reihe der Kaisergräber fast lückenlos verfolgen. Kaiser Otto II. soll im Petersdom in Rom bestattet sein. Seine Gebeine sollen 1610 in einen antiken Sarkophag umgebettet worden sein [STREICH, 84]. Kaiser Otto III. soll in Aachen bestattet sein (Gedenktafel von 1834). An beiden Grablegen ist m. E. stark zu zweifeln.

Am 22.01.09 ging die Meldung durch die Presse, dass der Sarg der Königin Editha im Magdeburger Dom entdeckt worden sei. Der Bleisarg, der laut Inschrift die sterblichen Überreste der Königin Editha (910-946) enthält, wurde im Editha-Kenotaph gefunden, der damit eigentlich ein Hochgrab war. Bislang war man davon ausgegangen, dass der Kenotaph ohne Grab sei.

Darüber hinaus wurde beim Rückbau des Editha-Hochgrabes in seinem Fundament ein Sandsteinsarkophag entdeckt. Daneben fand man weitere Werksteinteile. KUHN [2012, 22] sieht darin „Reste eines älteren Grabmals, offenbar das der Editha“. Den Sandsteinsarkophag datiert KUHN in das 10. Jh. bis 2. Viertel 13. Jh. „Es darf als wahrscheinlich gelten, dass es sich um einen früheren Sarkophag der Editha handelt“ [2012, 22]. Das Material ist Bernburger Sandstein, der auch beim Maßwerk des 13. Jh. Verwendung fand. „Allerdings ist auch eine Verwendung dieses Sandsteins im Bereich der Vorgängerkirche durch die aktuelle Forschungsgrabung spätestens für das 12. Jh. belegt“ [2012, 22]. KUHN hält den Sarkophag für den originalen Sarkophag von 946.

Um die Identität der Bestattung zu klären, wurde ein beachtlicher Stab von Wissenschaftlern beschäftigt. So wurden die Radiologie, die Anthropologie, die C14-Datierung, die Textilanalyse, die Chemie, die Entomologie, die Botanik und die Mineralogie bemüht. Die Ergebnisse sind im 2012 erschienenen Sonderband 18, Archäologie in Sachsen-Anhalt veröffentlicht.

Am 17.06.2010 wurden mit großer Erleichterung die Ergebnisse der Untersuchung der sterblichen Überreste der Königin Editha verkündet: "Es ist Editha". Die Strontiumisotopenanalyse soll eindeutig belegt haben, dass die bestattete Frau im südenglischen Wessex in der Gegend von Winchester aufgewachsen sei. Die C14-Untersuchung habe zwar ein ca. 200 Jahre älteres Sterbedatum ergeben, aber Editha soll viel Fisch gegessen haben, weshalb das Ergebnis verfälscht ist. Das sei ein bekannter Effekt, argumentieren die Wissenschaftler. (Was für eine "wissenschaftliche" Methode, deren Ergebnisse beliebig interpretierbar sind?) Damit ist die Datierung m. E. völlig offen.

Wenn die Datierung der Bestattung offen ist, ist auch eine Bestattung des 12. oder frühen 13. Jh. denkbar. War die bestattete weibliche Person vielleicht eine Person aus dem Umfeld Otto IV.? Vielleicht seine vor seiner Königswürde verstorbene erste Ehefrau aus seiner Zeit in England, die er im Vorgängerbau des Doms bestatten ließ und deren Grab in den Domneubau übernommen wurde? Der wirkliche Name dieser Frau wurde durch die neue Editha-Namensgebung überdeckt. Die Wissenschaftler, die die Bestattung der vermeintlichen Editha akribisch untersucht haben, haben festgestellt, dass diese Person in England aufgewachsen sei. Otto IV. hatte seine Jugend in England verbracht. Als das Grab im Domneubau präsentiert wurde, war aus dem ursprünglichen Grabstätte das Grab der Editha geworden. Ich denke, dass mit dem im Fundamentsockel geborgenen Sarg der ursprüngliche Sarg gefunden wurde, der im 13. Jh. als Edithagrab präsentiert wurde. Der Sarg muss damals nicht unbedingt neu gefertigt worden sein. Es besteht auch die Möglichkeit, dass ein vorhandener älterer Steinsarg wieder verwendet wurde. Die von KUHN [2012, 23] beschriebenen Abarbeitungsspuren könnten auch von einer nachträglichen Anpassung stammen.

Die Verknüpfung der Geschichte der Ottonen mit Editha, einer angelsächsische Prinzessin aus der Familie des hl. Oswald, die im 10. Jh. gelebt haben soll, erfolgte im Zusammenhang mit der Erschaffung der Ottonengeschichte.

Analog dem Grab Ottos I. erachte ich auch das Grab der Editha für eine Falschzuschreibung, basierend auf dem Konstrukt um die Ottonen durch Wibald im 12. Jh. Zur Absicherung seiner Ottograblege hat Wibald das Edithagrab in die von ihm erfundene Moritzklosterkirche verortet.

Zuletzt wäre auch das Verhältnis Ottos des Großen zu Magdeburg überprüfenswert. Ist es wirklich zutreffend, dass Otto Magdeburg als seine Residenz ausbauen wollte? Weder der Palast Ottos noch die Pfalz sind bisher gefunden worden. Nach meiner Auffassung ist in Magdeburg analog zu Quedlinburg - dort für Heinrich I. und Mathilde - ein Handlungsort für die Ottonenlegende kreiert worden.

 

Aktuelle Grabungsergebnisse/Domplatz Ostseite/Oktober 2004. Übernommen aus [KUHN 2005, 19]

 

 

Grundriss des frühromanischen Domes. Übernommen aus [MRUSEK, 79]

 

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Letzte Bearbeitung dieser Seite: 18.09.2016

 

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