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Quedlinburg, St. Servatius

Die Stiftskirche St. Servatius in Quedlinburg ist hinsichtlich der Baugeschichte sicher einer der interessantesten Kirchenbauten Mitteldeutschlands. Durch die historischen Bezüge als angeblicher Bestattungsort des ersten deutschen Königs Heinrich I. und seiner Gemahlin Königin Mathilde bestand schon sehr früh ein großes Interesse, insbesondere an der Situation um die Grabanlage Heinrich I.

Die damit verbundene relativ gute Quellenlage zu den bisher erfolgten Bauuntersuchungen gestattet eine detaillierte Auseinandersetzung mit den bisherigen Forschungsergebnissen. Eine Zusammenstellung der bisherigen Bearbeitungen bis 2008 hat VON DER FORST [2008] vorgelegt. Danach erschien nur noch von LEOPOLD im Jahr 2010 eine neuere Veröffentlichung zur Stiftskirche.

 

Grundriss aus [LEHMANN, 10]

 

Grabungen durch GIESAU und WÄSCHER

Erste umfangreiche Grabungen - durch die Nationalsozialisten beauftragt, die die Stiftskirche in eine nationalsozialistische Weihestätte umwandeln wollten - wurden in den Jahren 1938/41 durch GIESAU und WÄSCHER zur Klärung der Situation um das Grab Heinrich I. und zu den Vorgängerbauten durchgeführt.

Die Publikation über die Ergebnisse der Ausgrabungen konnte WÄSCHER erst 1959 herausbringen. GIESAU war bereits 1949 verstorben. [LEOPOLD, 14]

Im Ergebnis sah WÄSCHER [nach VOIGTLÄNDER, 87ff] die zeitliche Bauabfolge an der Stelle der heutigen Stiftskirche wie folgt:

·         Großer Saalbau (Mitte 1. Jahrtausend)

·         Weiterer jüngerer Saalbau, durch Pfostenlöcher identifiziert

·         3-schiffige Basilika /erste steinerne Kirche / Abmessungen 12 m x 12 m mit Apsis (2. H. 9. Jh.). „Confessio“ später eingebaut.

·         Verlängerung nach Westen etwa auf die doppelte Länge und Annexbau im Westen (936)

·         Anbau eines Langhauses mit Lage und Abmessungen des heutigen Langhauses / bestehender Bau als Ostbau einbezogen / Westbau (968-997)

·         Erneuerung Ostbau mit Einbau einer Krypta in den Abmessungen der 1. Kirche (vor 1021), Aufgabe der „Confessio“

·         Nach Brand 1070 völliger Neubau auf den Fundamenten des Vorgängerbaus mit Einbeziehung des Westteils der Krypta von vor 1021 (1070-1129)

 

 

Gelber Mörtel 

WÄSCHER und GIESAU haben bei ihren Grabungen selbstverständlich auch die Baumaterialien und die Ausführungsart erfasst und diese zur Feststellung der Bauphasen und zur Datierung verwendet.

Eine besondere Bedeutung hatte bei WÄSCHER der so genannte "gelbe Mörtel", der übrigens auch an der nahegelegenen Wipertikirche und vielleicht sogar an der Klosterkirche auf dem Münzenberg [SCHEFTEL, 174, Fußnote 9] festgestellt wurde.

"Besonders die Beachtung des verschieden zusammengesetzten Mörtels war von großem Interesse. ... daß der früheste Mörtel ganz zähflüssig aus Bodekies mit Kalk hergestellt war. Die Fundamente eines anderen Baues, die in den Felsen eingetieft sind, sind ohne Mörtel mit Steinbrocken und Erde ausgezwickt, in die Fugen ist aber teilweise der Mörtel von dem gleichzeitigen aufgehenden Mauerwerk eingeflossen. wieder ein anderer Mörtel, der von den Bauten des 10. Jahrhunderts stammt, ist leuchtend gelb von dem hier verwendeten Lehhofsand und mit Gips gebunden. Die Fundamentmauern dieser Bauzeit sind aus den örtlich gewonnenen gelben eisenhaltigen Sandsteinbrocken errichtet, desgleichen die Gewölbe, deren Fugen mit einem auffällig silbergrauen Gipsmörtel ausgeworfen sind, der auch für den gesamten Estrich und die Stuckarbeiten dieser Zeit verwendet wurde. Die aufgehenden Mauern dieser frühen Bauperiode sind aus sorgfältig behauenen Bruchsteinen mit bedeutend niedrigeren Schichthöhen als das Mauerwerk der Bauten des 12. Jahrhunderts errichtet. Bei letzteren ist sowohl für das Mauerwerk, wie für den Fußbodenestrich und die Stukkaturen ein blütenweißer Gipsmörtel verwendet worden." [WÄSCHER, 24]

"Wie bei allen Bauten vom Ende des 10. Jahrhunderts sind auch die Fundamentmauern des Kirchenbaus aus Bruchstücken des mit eisenhaltigen Adern durchsetzten gelben Sandsteines und dem leuchtend gelben Mörtel, die aufgehenden Mauern aber aus grünlichen, sehr harten Sandsteinquadern mit dem uns schon bekannten silbergrauen Mörtel ... Das Material der Fundamente des Baus von 1129 hebt sich durch die verwendeten weißen Sandsteinblöcke mit weißem Mörtel ... ganz deutlich ab." [WÄSCHER, 36]

 

Der "gelbe Mörtel" wurde von WÄSCHER an folgenden Bauteilen gefunden (nach [LEOPOLD]):

·         zweite Schicht in den Fundamenten der Mittelschiffsarkaden [ebd., 48]

·         Ostwandfundament im nördlichen Querarm [ebd., 32]

·         Fundamentecke nördlich der Nordostecke des Chores [ebd., 32]

·         zwei westliche Kryptajoche und Arkade zum südlichen Querarm [ebd., 34, 59]

·         Kapelle St. Nicolai in vinculis und Treppenraum [ebd., 42]

·         Fundament südlich der Confessio [ebd., 59] (Konnte vom Autor leider weder bei LEOPOLD noch bei WÄSCHER identifiziert werden.)

·         Spannfundament unter der Ostwand des heutigen Turmzwischenbaus [ebd., 56] (wird von LEOPOLD bezweifelt)

 

Es erhebt sich natürlich die Frage, wie WÄSCHER zu der Datierung "um 1000" für den gelben Mörtel kam?

Soweit vom Autor erkennbar, ordnete er den "gelben Mörtel" zwei seiner, von ihm (falsch) rekonstruierten Bauphasen zu und verband diese dann mit der Baunachricht von 997 und der Nachricht über die Weihe von 1021, nach Auffassung des Autors beides spätere Fälschungen.

WÄSCHERs Datierung "um 1000" ist somit auf einen Zirkelschluss seinerseits zurückzuführen.

Nachfolgend setzte er alle Bauteile, wo der "gelbe Mörtel" festgestellt wurde, der Zeit "um 1000" zu.

Noch schwerwiegender wirkte sich ein weiterer Fehler WÄSCHERs aus. Aus den unterschiedlichen Baumaterialien schloss er auf zeitlich separate Bauphasen, ohne in Erwägung zu ziehen, dass es Gründe geben könnte, ein anderes, z. B. billigeres Baumaterial am selben Bau einzusetzen.

Durch diese äußerst problematische Verfahrensweise entstand ein völlig falsches Bild der Baugeschichte.

Leider haben LEOPOLD, aber auch VOIGTLÄNDER, diese Fehler WÄSCHERs im Wesentlichen kritiklos übernommen.

So schloss z. B. LEOPOLD aus den drei Schichten der Arkadenfundamente, darunter der "gelbe Mörtel" in der zweiten Schicht, auf drei verschiedene Kirchenbauten an derselben Stelle [LEOPOLD, 41] - natürlich ein fataler Fehlschluss.

Plausibler ist, dass man bei den vorbereitenden Baumaßnahmen generell so vorging, wie SCHEFTEL für die Münzenbergkirche aus Mauerwerksuntersuchungen festgestellt hat: "Dabei trug man zur Vorbereitung des Baugrundes zunächst die oberste, brüchige Sandsteinschicht ab und mauerte mit diesem Material die Grundmauern bis auf eine Höhe von ca. 60-80 cm auf." [SCHEFTEL, 173f]  

Vermutlich legte man bei Baubeginn die Grundmauern mit dem am Ort anfallenden Material grob an, danach, in einem folgenden Schritt, mauerte man diese weiter auf, wobei man auf Liefermaterial eines örtlichen Lieferanten, z. B. gelber Sandstein und gelber Mörtel, zurückgreifen musste, bis man dann die endgültige aufgehende Konstruktion aus dem Liefermaterial errichtete, das für den aufgehenden Bau vorgesehen war. Größere zeitliche Abstände zwischen den einzelnen Bauschritten sind dabei keinesfalls zwingend, drei verschiedene Kirchenbauten schon gleich gar nicht.

Verwendung fand der "gelbe Mörtel" offensichtlich für untergeordnete  bzw. später zu verputzende Bauteile.

Ich gehe davon aus, dass diese ortsnahe Baustoffquelle für den "gelben Mörtel" über einen gewissen Zeitraum zur Verfügung stand; die erste Verwendung etwas vor bzw. um die Mitte des 11. Jh., die späteste vielleicht Anfang des 12. Jh.

 

Bisherige Rekonstruktionen der Baugeschichte

Seit der Veröffentlichung der Grabungsergebnisse haben sich zahlreiche namhafte Experten zur Rekonstruktion der frühen Baugeschichte dieser angeblich für die Ottonenzeit so wichtigen Kirche geäußert.

Nach Auffassung LEOPOLDs gelang es "ihren Verfassern ... jedoch nicht, die von Wäscher und Giesau mitgeteilten Beobachtungen mit der historischen Überlieferung so weit zur Deckung zu bringen, dass sich für das 10. und 11. Jahrhundert ein einigermaßen gesicherter Bauablauf ergab." [LEOPOLD, 14]

Zur Klärung der "Ungereimtheiten" beschäftigte sich LEOPOLD intensiv mit allen erreichbaren Unterlagen der Grabungen und führte "an einigen entscheidenden Stellen eine Nachprüfung der Befunde am Ort" durch [ebd., 14].

Im Ergebnis konnte er eine eigene Interpretation der Baugeschichte präsentieren, die nachfolgend in kurzer Form wiedergegeben wird (Die nachfolgenden Quellenangaben entsprechend [LEOPOLD]):

 

Bau Ia: Burgkirche König Heinrich I.

Die Kirche war eine kleine 3-schiffige Anlage, 12 m breit, 15 m lang, innen 10 m x 9,5 m. Das Mittelschiff hatte eine Breite von 4,5 m, die Seitenschiffe je 1,7 m. Die Stützen waren Pfeiler mit quadratischem Querschnitt. Das Mittelschiff mit Ostapsis. Im Westen möglicherweise sehr kleine Empore. Der Bau  wahrscheinlich mit basilikalem Querschnitt. Die Kirche war dem hl. Petrus und dem hl. Servatius gewidmet. [15ff]

Westlich anschließend, entsprechend dem Verlauf des südlichen Steilhangs leicht abgewinkelt, ein 27,5 m langer Rechtecksaal, der so genannte "Stein-Erdbau", evtl. das Palatium der ersten Burg. Von diesem Reste der Süd- und Westwandfundamente (1,30 m bzw. 1,60 m dick) ergraben. Das Südwandfundament setzt an der Südwestecke des o. a. kleinen 3-schiffigen Baus an. Aufgrund der Fundamentdicke nimmt LEOPOLD einen massiven Wandaufbau darüber an. Im Bereich dieses Fundaments wurden großflächige Putzreste mit Abdruck von Binsengeflecht gefunden; nach LEOPOLD von einer ehemaligen Decke eines Raumes. Die Nordwand wurde nicht ergraben. LEOPOLD sieht diese in Fortsetzung der Nordwand der o. a. kleinen 3-schiffigen Anlage. Der Saal hatte keine eigene Ostwand, d. h. er wurde nachträglich an die 3-schiffige Anlage angebaut oder gleichzeitig mit ihr errichtet. Aufgrund von Pfostenlöchern geht er von einem Einbau in diesem Saal aus. [21f]

Datierung: "Nach den im Bereich des Quedlinburger Schlossbergs geborgenen Funden, unter denen bisher keine vor dem 10. Jahrhundert gefertigte mittelalterliche Ware entdeckt werden konnte, war dieser zwischen der römischen Kaiserzeit und dem 10. Jahrhundert offenbar nicht besiedelt. Die erste nachweisbare Anlage auf dem Berg wird also kaum vor dem 10. Jahrhundert entstanden sein. Sie war aber 922 sehr wahrscheinlich schon vorhanden, als der Ort "Quedlinburg" zum ersten Mal in den überlieferten Schriftquellen genannt wird." [15]

 

Bau Ib: Erweiterung der Burgkirche

Erweiterung des bestehenden Baus I durch westlichen Anbau eines gleich breiten, quadratischen Raumes, der den Bereich der heutigen Vierung einnahm. In dessen Mitte war ein großes, aus Stuck hergestelltes Taufbecken eingetieft. Offensichtlich war der Anbau als Laienbereich vorgesehen. Vermutlich zugleich mit dem Anbau wurde die innere Unterteilung der alten, ursprünglich 3-schiffigen Anlage aufgehoben und mit dem Neubau zu einem großen Saalraum räumlich verbunden. Der alte, westlich anschließende Rechtecksaal wurde um die Anbaulänge verkürzt. [22]

Von den Wänden der Erweiterung waren nur Teile ihrer Fundamente erhalten.

Datierung: "Die kurze dreischiffige Petruskirche erwies sich offenbar schon bald nach ihrer Errichtung als zu klein." [22] "Mit ihm (dem geringen Platz vor dem Hauptaltar von 7 m x 4,5 m - der Verf.) hätten sich bei ihren Besuchen der Burg auch der König und seine Begleitung begnügen müssen. Dieser Zustand wird wahrscheinlich sehr bald eine Erweiterung des Raums notwendig gemacht haben, ..." [16] LEOPOLD vermutet, dass das Taufbecken für die Taufe von Heinrich I. drittem Sohn Heinrich angefertigt wurde, der 922 in Quedlinburg beim Osterfest getauft sein könnte (nach einer Hinweis von ALTHOFF). LEOPOLD spekuliert munter weiter, dass es wenig wahrscheinlich sei, dass damals noch die kleine dreischiffige Kirche aufrecht stand. Er datiert deswegen den Umbau vielleicht schon 919 oder sogar noch früher, spätestens um 922 [25].

 

Bau II: Stiftskirche der Königin Mathilde

Nach völligem Rückbau des Erweiterungsbaus (Bau Ib) erfolgte der Neubau der Vierung bei Wiederverwendung der Fundamente des Baus Ib. Im Bereich der Vierung je ein gleichlanger Annexbau im Norden und Süden.

Im Westen wurde ein Rechtecksaal als Langhaus angefügt. Damit entstand ein kreuzförmiger Grundriss. Das Langhaus war zur Vierung mit großem Bogen geöffnet. Der Fußboden im Langhaus lag zwei Stufen höher als der in der Vierung. In den Querarmen sieht LEOPOLD aufgrund der geringen Höhe des Mittelpfeilers von 3,30 m Emporen.

In der Westwand und den Mittelpfeilern der Vierung sind noch Reste dieses Baus vorhanden.

Die „Confessio“ wurde nachträglich eingebaut und war ursprünglich eine gewölbte Krypta. Die Krypta könnte schon zu Bau Ib gehört haben, ist möglicherweise aber auch jünger. Da der Stuck der Nische mit dem Sarg Mathildes jünger ist als der übrige Stuck, ist die Anlage vor 968 zu datieren. Die „Confessio“ wurde zwischen 999 und 1021 wieder abgebrochen.

Nicht einordnen konnte LEOPOLD den zweiten Reliquienschacht westlich des Hauptaltars (im Osten der Vierung). Die Anordnung eines zweiten Altars vor oder hinter dem Hochaltar sei selten. [39f]

Westlich der Vierung wurde der so genannte Stufenraum errichtet. Er wurde nachträglich direkt an das westliche Fundament der Vierung (Bau Ib) angebaut. Die Fußbodenhöhe in ihm war gleich der in der Vierung. Der Raum war vermutlich mit einer Tonne überwölbt, wobei die Dicke der Westwand dabei nicht erklärlich ist. Der Zweck des Stufenraums ist unklar, entweder Reliquienkammer oder Grabkammer für Sarg Heinrich I., worauf es jedoch keinerlei Hinweise gibt. Der Stufenraum wurde bei Bau des Langhauses für Bau III wieder abgebrochen. [44ff]

GIESAU und WÄSCHER wiesen diese Anlage aufgrund desselben Baumaterials noch der Erweiterung der Burgkirche (Bau Ib) zu. Für LEOPOLD stand dagegen fest, dass diese erst im Zusammenhang mit dem Bau des Langhauses der ersten Stiftskirche errichtet wurde [47].

Datierung: Nach LEOPOLD ist dieser Bau die 936 auf Weisung der Königin Mathilde begonnene Stiftskirche.

WÄSCHERs Rekonstruktion des Baus von 936 (siehe oben, Nr. 4) weist LEOPOLD mit dem Argument zurück, dass die bescheidene Größe und Gestaltung nicht „zu der Bestimmung als Kirche eines Damenstifts passen, das die Königinwitwe selbst, sicher mit nachdrücklicher Unterstützung ihres Sohnes, des späteren Kaisers Otto des Großen, gegründet hatten und dem sie dann 30 Jahre lang vorstehen sollte“ [26].

 

Bau III: Stiftskirche der Äbtissinnen Mathilde und Adelheid I.

Es erfolgte ein umfassender Neubau. Der Langhaussaal von Bau II und der Stufenraum wurden abgebrochen und ein       3-schiffiges Langhaus neu errichtet.

Zur Verbindung der seitlichen Emporen und als bauzeitliches Provisorium zur Abschirmung der Baustelle (Langhaus) wurde im Westen der Vierung eine Empore errichtet (die erhaltenen westlichen zwei Joche der heutigen Krypta). Diese wurde jedoch später nicht zurückgebaut. Der Emporeneinbau erfolgte auf der Südseite vor dem Arkadenbogen des Baus II, dessen Doppelarkade kurz vor dem Emporeneinbau errichtet wurde. [58ff] (Auf der Nordseite die Doppelarkade ist hochromanisch.)

Bis 999 waren das Langhaus und Teile der Krypta fertiggestellt (Weihe 997). Die Krypta war vor 1021 komplett fertig und genutzt. „Für ihre damalige Fertigstellung sprechen vor allem die beiden westlichen Joche, die man sicher abgebrochen hätte, wenn östlich von ihnen keine Krypta entstehen sollte.“ [62]

Nach Abbruch des Stufenraums wurden die Chortreppenläufe errichtet, zwischen diesen der Kreuzaltar angeordnet. „Der Kreuzaltar wurde auffälligerweise damals (1021 – der Verf.) neu geweiht, obwohl er eigentlich schon seit der Fertigstellung des Langhauses im Jahre 997 benutzt worden sein muss.“ [65]. Im Mittelalter erfolgte der Zugang zur Krypta ausschließlich aus den Seitenschiffen.

Fertigstellung des Chores über der Krypta mit Aufstellung des Heinrichsarkophags dort, wofür es jedoch keinerlei Belege gibt.

Die Seitenaltäre standen in den Querhausarmen, vielleicht vor je einer Apsis, der Hauptaltar vor der Hauptapsis im Chor.

Der Westbau wird von GIESAU und WÄSCHER als "»rechteckige, in das Innere des Langhauses vorgezogene Empore mit darunter liegender Vorhalle, von dem Hauptschiff durch Arkaden getrennt, die Nebenräume in den Seitenschiffen ebenfalls durch Arkaden von diesen getrennt ... Ihre Westwände bilden die runden Treppentürme«" [56] beschrieben. Aufgrund des archäologischen Befunds sieht LEOPOLD für diese Rekonstruktion keinen Nachweis, hat aber keinen besseren Vorschlag. Er resümiert: " In der vorgeschlagenen Ausbildung fügt er sich jedoch gut in die Reihe der erhaltenen oder erschlossenen Westwerke der frühen Stiftskirchen ein." [57]

Im Untergeschoss wurde die Kapelle St. Nikolai in vinculis einschließlich Treppenaufgang nachträglich an die Westwand des südlichen Querbauannexes angebaut. Der Treppenaufgang schloss im Westen an einen älteren kleinen Tonnengang an, der ursprünglich nach Westen weiterführte. Die Kapelle mit Treppengang ist baueinheitlich, d. h. kein nachträglicher Umbau eines Vorgängerbaus.

Datierung: Beginn des Neubaus unter Äbtissin Mathilde um 970. Weihe des Langhauses 997. Schlussweihe 1021.

 

Bau IV: Stiftskirche der Äbtissinnen Adelheid II. und Agnes I.

Bei einem Brand im Jahr 1070 erlitt die Stiftskirche schwere Schäden. Danach erfolgte ein weitgehender Neubau bei Verwendung älterer Bauteile im Osten (in Krypta und Vierung). Die Weihe 1129. Dieser Bau ist der bestehende Bau. Unklar ist für LEOPOLD die lange Bauzeit von fast 60 Jahren.

Während der Bauzeit sind zahlreiche hochherrschaftliche Besuche in Quedlinburg in den Quellen bezeugt (1079 Rudolf von Schwaben, 1085 Kirchenversammlung, 1088 Fürstenversammlung unter Heinrich IV., 1105 Fürstenversammlung unter Heinrich V., 1121 Heinrich V.).

Bemerkenswert ist aber auch, dass LEOPOLD [15] aufgrund der Grabungsbefunde eine "Siedlungslücke" auf dem Burgberg zwischen der römischen Kaiserzeit und dem 10. Jh. feststellt. Eine Interpretation liefert er nicht. Bedenkt man die eingangs beschriebene Quellenproblematik, dürfte die Lücke sogar noch etwas größer sein. Eine Erklärung bietet vielleicht die HEINSOHN-These (siehe MEISEGEIER 2017).

 

Neben LEOPOLD haben sich noch andere renommierte Bauforscher mit der Baugeschichte der Quedlinburger Stiftskirche mehr oder weniger intensiv befasst.

Während OSWALD [OSWALD / SCHAEFER / SENNHAUSER, 263ff]  im Wesentlichen WÄSCHER folgt, existiert für JACOBSEN [JACOBSEN / SCHAEFER / SENNHAUSER, 332f] bis 997 die vor 936 errichtete, kleine   3-schiffige Kirche (Bau I), in die vor 968 die „Confessio" eingebaut wurde. Erst 997 wird Bau I nach Westen erweitert durch einen „Großraum" (Wandpfeilerbau) und einen Sepulkralbau als dessen Westannex (Bau II). JACOBSEN [ebd., 333] ist sich unsicher, ob die Langhausfundamente dieser Phase angehören. Danach nimmt er eine zügige Fertigstellung in den heutigen Abmessungen bis 1021 an  (Bau III).

JACOBSEN legt unter dem Eindruck der neueren Veröffentlichungen von VOIGTLÄNDER und LEOPOLD zum Thema modifiziert nach [JACOBSEN, 63-72]. Er hält die kleine 3-schiffige Kirche, deren Errichtung er im 1. Drittel des 10. Jh. sieht, für die Pfalzkapelle (Patrozinium St. Peter), die für ihn gleichzeitig die Kirche des Kanonikerstifts war. Nach JACOBSEN sei der Grund für die Rekonstruktion einer Apsis im Bereich der „Confessio“ das Grab Heinrich I. Ab 936 erfolgt die Umwandlung in ein Kanonissenstift. Die Fundamente westlich der Kirche gehören für ihn zu einem Profanbau der Pfalz. Dieser kleine Bau bestand im Wesentlichen bis auf den nachträglichen Einbau der „Confessio“ unter Königin Mathilde unverändert bis 997. Er stellt deutlich abweichend zu LEOPOLD fest: „… so bleibt die Tatsache bestehen, dass es in Quedlinburg bis zum Ausgang des 10. Jahrhunderts jedenfalls keine respektable Stiftskirche gegeben hat.“ [64]. Als Bau II sieht er eine kreuzförmige Saalkirche mit dem Bau I als Chor. Das Querhaus bestand aus drei Kompartimenten – einem quadratischen Mittelraum und schmalere Seitenräume, die jeweils durch Doppelarkaden vom Mittelraum abgeteilt wurden und wahrscheinlich Emporen trugen. In den Winkeln zwischen Chor und Querflügel nimmt er in seine Rekonstruktion kapellenartige Apsisräume auf, worin er zwar der Rekonstruktion LEOPOLDs folgt, deren Existenz er jedoch für durchaus offen hält [64, Verweis auf Fußnote 27, S. 71] (bei LEOPOLD sind solche jedoch nur in einem Rekonstruktionsversuch unvollständig angedeutet). Der Mittelraum war für ihn ursprünglich ein lichter hoher Innenraum, der zum Langhaussaal im Westen geöffnet war. Der Bau II wird von ihm in das Jahr 997 datiert. Das Langhaus und den nachträglich an das Querhaus im Westen angebauten Stufenraum ordnet er einem Umbau des Baus II zwischen 997 und 1021 zu. Der Stufenraum sei für den Sarg Heinrich I. als Übergangslösung errichtet worden. Das Langhaus sei die Behelfskirche für die Zeit des Neubaus (Bau III) gewesen. Der Bau III wurde nach JACOBSEN nach 999 bis 1021 als 3-schiffige Basilika mit Querhaus und Ostchor errichtet. Als Patron ist 997 St. Servatius genannt, 999 jedoch wieder Petrus und Stephan, wobei JACOBSEN den Petrus- und Stephanusaltar im Osten sieht, und den Servatiusaltar westlich.

 

LEOPOLD weist die Rekonstruktion von JACOBSEN u. a. mit folgenden „Argumenten“ zurück:

·         dass nur wenige Stiftsdamen in der Anfangszeit vorhanden waren, ist ganz unwahrscheinlich

·         die Königin hat zweifellos mit Nachdruck für Vollzähligkeit der Stiftsdamen gesorgt

·         die Nachricht in den Quedlinburger Annalen, dass die Königin das „coenobium“ (Übersetzung: Kloster) zu errichten begann, wird von LEOPOLD so interpretiert, dass der Bau der Stiftsgebäude und vor
     allem der Stiftskirche veranlasst wurde da dem Stift in den ersten 30 Jahren eine Königin selbst vorstand und keine Äbtissin, konnte sie sich nicht mit dem kleinen Bau begnügen

·         die Kirche hatte bei Besuchen den König und seinen Hof aufzunehmen

·         andernorts wurden kaiserliche Monumentalbauten errichtet wie die Moritzklosterkirche, der Palast und die erzbischöfliche Dom in Magdeburg und die Marienkirche in der Pfalz Memleben.

Aber er führt auch bauliche Argumente, insbesondere zu den Querhausarmen und zum Langhaus gegen JACOBSEN an. Er verweist auf dieselbe Bautechnik bei den Querarmen, bei dem Saal einschließlich der südlichen Sicherungsbauten und beim Stufenraum und die völlig andere Bautechnik bei den westlichen Kryptajochen und der Kapelle St. Nicolai in vinculis.

Die von LEOPOLD gegen JACOBSEN vorgetragenen „Argumente“ sind sämtlich nicht tragend. Sie sind fast durchweg Vermutungen und reine Spekulationen. Abgesehen davon, dass weder die Moritzklosterkirche, noch der Palast in Magdeburg, noch die Marienkirche einschließlich der ganzen Pfalz in Memleben bisher - trotz intensiver Suche der Archäologen - nicht aufgefunden wurden, bleibt, wenn man die "Schriftquellen" außer Acht lässt, von den so genannten Argumenten nichts mehr übrig.

Nach BELLMANN [53f] war die erste steinerne Kirche die Außenkrypta zu dem ergrabenen Langbau/Saalbau und die „Confessio" die Krypta für das Schachtgrab der hl. Laurentia und hl. Stephana. Dieser Rekonstruktion ist zu widersprechen. Dem Autor ist kein einziger Fall bekannt, wo in einer Außenkrypta eine gesonderte Krypta angelegt wurde. BELLMANN ist jedoch dahingehend recht zu geben, dass die „Confessio“ zunächst eine normale Krypta war.

LEHMANN [21] folgt für den Bau im Wesentlichen der Rekonstruktion Wäschers. Er sieht in der „Confessio" nicht eine Krypta, sondern von Anfang an ein Oratorium zur Verehrung des Heinrichsgrabes. Die Argumente, die LEHMANN gegen die Interpretation von BELLMANN vorbringt, dass die „Confessio“ eine Krypta war, sind alle nicht stichhaltig.

UNTERMANN [176] äußert sich mit einer abweichenden Rekonstruktion der frühen Bauphasen, wobei er eingesteht, dass die Deutung der älteren Kirchenbauten umstritten ist. Er geht von einer um 920 erbauten Burgkirche als Saalbau aus. Diese hätte sich erstreckt vom heutigen Ostschluss bis zu dem von Wäscher vor dem jetzigen Westbau im Langhaus ergrabenen Querfundament. Dieses nimmt er als Fundament für den ehemaligen Westschluss an. Im Ostteil war ein großes, vierpassförmiges Taufbecken in den Boden eingelassen [182]. Dieser Saalbau erhielt nach 936 Nebenräume am Sanktuarium sowie Querarme, die er analog Meschede zweigeschossig annimmt. Damit hätte der Grundriss weitgehend den karolingischen Damenstiftskirchen in Gandersheim und Essen entsprochen. Hier bezieht sich UNTERMANN auf die vage Bemerkung von JACOBSEN zur Damenstiftskirche in Gandersheim [JACOBSEN / SCHÄFER / SENNHAUSER, 134], wonach für den Bau I eine Grundrissanlage analog dem Altfriedbau des Essener Münsters zu erwägen sei.

Nur ganz kurz dazu: Schon die Ähnlichkeit zwischen Gandersheim und Essen ist fragwürdig, da vom Gründungsbau in Gandersheim nichts bekannt ist. Wegen der späteren Errichtung könnte für Gandersheim auch eine direkte Beeinflussung aus Essen vorliegen (Der Altfriedbau bestand zur Bauzeit von Gandersheim noch).

Die Krypta, gemeint ist die „Confessio“, sei nach dem Erwerb der Reliquien 962/964 nachträglich eingebaut worden. Wegen dem einzigen Zugang über eine schmale Treppe hätte diese der sicheren Aufbewahrung von Reliquien unterhalb des Hochaltars gedient. UNTERMANN sieht im späten 10. Jh. den Neubau des Langhauses als 3-schiffige Basilika. Dieser Baumaßnahme weist er die Weihe von 997 zu. Später wurden auch die Ostteile neu errichtet (Weihe 1021).

Dass das Thema trotzdem noch nicht als erledigt betrachtet werden kann, ist aus den doch z. T. sehr unterschiedlichen Rekonstruktionen ersichtlich – obwohl alle im Wesentlichen auf denselben bauarchäologischen Untersuchungen basierend, den Grabungen von WÄSCHER und GIESAU.

Das Manko aller bisherigen Rekonstruktionen ist, dass deren Verfasser alle versucht haben, ihre Rekonstruktionen in Übereinstimmung mit den in den Quellen überkommenen schriftlichen Nachrichten zu bringen, wie widersprüchlich diese auch sind.

Lässt man diese außen vor, gelingt möglicherweise eine glaubhafte Rekonstruktion der Baugeschichte.

Kürzlich erschien ein Sonderdruck in den Beiträgen zur Ur- und Frühgeschichte Mitteleuropas 82 mit einem Artikel von SCHIMPFF, in dem er ein 2016 von BEHRENS erschienenes Buch mit dem Titel "Deutsche Königspfalzen im Harz von Werla bis Quedlinburg" anzeigt. In einem gesonderten Abschnitt geht er auf einen angeblich zweiten Kirchenbau auf dem Quedlinburger Schlossberg ein, welcher 1980 von BEHRENS entdeckt sein soll. Aufgefunden hatte BEHRENS damals, direkt vor dem Ostgiebel des nördlichen Schlossflügels, ein Apsisfundament und eine Brandschicht. Entsprechende Befunde im Bestand des Nordflügels wiesen unzweifelhaft auf einen Sakralbau hin. BEHRENS datierte diesen Bau in das  10. Jh. und sah in ihm die Burg- bzw. Pfalzkirche, in der Heinrich I. beigesetzt wurde und die 1070 abgebrannt ist. Später sei sie zu einer Art Doppelkapelle umgebaut worden. SCHIMPFF beklagt den Umgang mit den Ergebnissen von BEHRENS schon durch das damalige Institut für Denkmalpflege Halle bis heute durch die Nachfolgeeinrichtung, das Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, und hält eine "quellen- und nicht meinungsorientierte Diskussion" für überfällig [SCHIMPFF, 448].

SCHMITT, Mitarbeiter beim Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, sieht in den Resten "die Ostteile mit Apsis der Äbtissinnenkapelle des frühen 13. Jahrhunderts" [SCHMITT, 272].

Ich kann der auf die Schriftquellen fokussierten Interpretation von BEHRENS nicht folgen. Die Schlossbauten sind vermutlich Nachfolgebauten der ehemaligen Stiftsklausur.

Nach VOIGTLÄNDER werden 1199 das Dormitorium und das Refektorium erwähnt [18]. Eine Identifikation des Sakralbaus als Äbtissinnenkapelle, wie von SCHMITT vorgeschlagen, ist daher naheliegend. Eine Doppelkapelle wäre für einen Klausurbereich eher ungewöhnlich; aber ein zweigeschossiger Bau mit dem Kapitelsaal im Untergeschoss dagegen durchaus denkbar.

 

Vorschlag einer neuen Rekonstruktion der Baugeschichte

Grundlage aller bisherigen Rekonstruktionen der Baugeschichte war der unverrückbare Glaube an die Wahrheit der schriftlichen Überlieferungen - bis auf eine kleine Ausnahme: Schon die neuere Rekonstruktion von JACOBSEN zur frühen Baugeschichte weicht stillschweigend von den überlieferten Nachrichten ab. Nach JACOBSEN gibt es bis 997 nur den kleinen 3-schiffigen Bau auf dem Burgberg und damit keine Kirche, wo die in den Quellen berichteten zahlreichen Besuche der späteren Ottonen, insbesondere immer zu den Osterfeierlichkeiten, stattgefunden haben könnten, weshalb bis heute Quedlinburg als „wichtigste Pfalz der ersten Liudolfinger", als Osterpfalz angesehen wird. JACOBSEN übergeht diese Abweichung von den Schriftquellen ohne Erklärung.

Desweiteren lassen die Umstände um das Heinrichsgrab eigentlich nur einen Schluss zu: Das Grab Heinrichs hat nie in Quedlinburg existiert. Sämtliche Verrenkungen und Spekulationen der Vorautoren und besonders von ERDMANN [31ff] können da nicht helfen.

Neben dem unauffindbaren Grab Heinrich I. wird heute auch das Grab seiner Ehefrau, Königin Mathilde, in der Stiftskirche verehrt. Im Gegensatz zu Heinrich hat diese Verehrung sogar eine materielle Grundlage. Im Boden der Krypta befindet sich noch heute ein Sarkophag, auf dessen Deckel Königin Mathilde inschriftlich als Bestattete genannt wird. Dazu später.

Wenn man die Nachrichten in den zweifellos manipulierten Quellen unberücksichtigt lässt, bleibt nichts anderes, als sich für die Datierung an den Bau selbst und die stratigraphischen, d. h. die bauarchäologischen Befunde zu halten.

Folgende abweichende Rekonstruktion der Baugeschichte wird vorgeschlagen:

Burg: Die Gründungslegende der Stiftskirche hat natürlich auch die Geschichte der Burg überdeckt. Die Burg war kein Adelssitz, schon gar keine Pfalz, und hatte auch keine ständige Besatzung. Sie war vermutlich eine so genannte Fliehburg und diente der lokal ansässigen Bevölkerung im Fall der Gefahr als zeitweiliger Rückzugsort. Das macht das Fehlen, z. B. eines Bergfrieds, weniger verwunderlich. Ihre Gründung oder Erstanlage dürfte in frühmittelalterliche Zeit zurückreichen. Ähnliche Gedanken hatte offensichtlich schon ERDMANN, der in der Burg aufgrund des Kirchenbaus zwar "keine bloße Fluchtburg" sah [89]. "... diese war also keine fränkische Reichsburg, sondern einheimischen Ursprungs" [90].

Wikipedia (Fliehburg): "In der Regel besitzen sie keine Türme, teilweise kommen jedoch Torturm-ähnliche Überbauten ... vor. Fliehburgen dieser Art gehörten zu unbefestigten bäuerlichen Siedlungen und boten im Falle eines feindlichen Angriffs der Bevölkerung einer Region Schutz, während die Siedlungen meist der Plünderung und Zerstörung durch die Angreifer anheim fielen. Für den Fall einer Belagerung konnten die weitläufigen Fliehburgen auch mit Vorräten ausgestattet werden.

Auch später im Mittelalter wurde diese Form der Burg von den ansässigen Bauern erbaut. Diese Bauernburgen dienten der Landbevölkerung als Schutz vor marodierenden Kriegshorden. Die Befestigungsanlagen hatten meistens nicht viel gemein mit den vom Adel als Residenzen erbauten Burgen, sondern bestanden oft nur aus Erdbefestigungen und Holzpalisaden auf gut zu verteidigenden Höhenlagen.

Da Fliehburgen überwiegend keine Dauersiedlungen waren, werden bei archäologischen Ausgrabungen oft nur wenige Hinterlassenschaften gefunden."

WÄSCHER glaubte, aufgrund von Grabungsbefunden auf der Südseite einen Burgaufgang nachgewiesen zu haben. Er ging davon aus, dass der Südaufgang der ursprüngliche Burgaufgang war, welcher um 1000 dann auf die Nordseite verlegt wurde.

SCHIMPFF bezweifelt unter Bezugnahme auf BEHRENS generell den Burgaufgang an dieser Stelle. BEHRENS verortete diesen ausschließlich auf der Nordseite [SCHIMPFF, 440]. Da BEHRENS und SCHIMPFF in der Burganlage die ehemalige ottonische Pfalz sehen und z. B. eine Fliehburg überhaupt in Erwägung ziehen, halte ich ihre Rekonstruktion der Bauten auf der Burg an dieser Stelle für zweifelhaft.

Die von WÄSCHER gefundenen "Vormittelalterlichen Bauten" [WÄSCHER, 25], z. B. der  große Holzhallenbau, dürften die Bauten der Fliehburg gewesen sein. Für die temporäre Nutzung einer Fliehburg wurden sicher keine massiven Gebäude errichtet.

Die so genannte "Stein-Erdmauer" (Südfundament Dicke ca. 1,6 m, Länge ca. 29 m, Westfundament Dicke ca. 1,3 m, Länge ca. 7 m), die WÄSCHER einem großen Langbau aus der Mitte des 1. Jahrtausends zuordnet und in der LEOPOLD einen westlich an die Kirche anschließenden massiven Rechtecksaal sieht, ist besser als eine ehemalige Stützwand am Südhang des Burgbergs zur Schaffung eines Plateaus vor der Kirche zu interpretieren. Eine Nordwand dieses angeblichen Gebäudes konnte WÄSCHER auch nicht ausmachen. Dass auf diesem Plateau auch ein Fachwerkbau stand, von dem der von WÄSCHER gefundene gekalkte Lehmbewurf, auf dessen Innenseite sich Binsengeflecht abgedrückt hat [WÄSCHER, 26], stammen könnte, ist freilich nicht auszuschließen.

Der kleine Kirchenbau war sicher der erste Massivbau, abgesehen von möglichen massiven Anlagen innerhalb der Befestigungslinie der Burg,  z. B. Torbauten zur Sicherung der Zugänge.

Möglicherweise wurde die Burganlage zur Zeit des ersten Kirchenbaus noch als Fliehburg genutzt. Mit dem Anwachsen der Bevölkerung in der nahen Siedlung im Laufe des 11. Jh. war diese jedoch bald nicht mehr geeignet, alle Bürger aufzunehmen; sicher nicht nur ein Platzproblem sondern auch ein logistisches und Versorgungsproblem. Die Siedlung benötigte ein neues Verteidigungssystem, eine Stadtmauer. Die Errichtung der Stadtbefestigung von Quedlinburg wird um 1150 datiert.

Durch diese Vorgänge war der Burgberg frei für die danach einsetzende bauliche Entwicklung des Kirchenbaus einschließlich der Klausur. Eine Verlegung des Burgzugangs auf die Nordseite im 12. Jh. erscheint in diesem Zusammenhang zumindest plausibel.

 

Bau I: Die von WÄSCHER ergrabene dreischiffige, kleine Kirche (12 m x 15 m) wurde auf dem Gelände einer  Burganlage errichtet, vielleicht als Burgkapelle, obwohl die Burg nicht ständig besetzt war.

Der bescheidene Bau wurde als Eigenkirche gegründet und besaß möglicherweise ursprünglich das Patrozinium St. Peter.

Genaueres ist nicht bekannt. Die spätere Gründungslegende wurde einfach darüber konstruiert.

Dieser erste Bau hatte zunächst keine Krypta. Die geringen Abmessungen des Baus sprechen sicher mehr für eine Halle als für eine Basilika, wobei letztere auch nicht auszuschließen ist. Das Mittelschiff im Osten mit Apsis. Ob eventuell auch die Seitenschiffe apsidial geschlossen waren, ist nicht mehr nachweisbar und muss hier offen bleiben.

Gegenüber meiner früheren Rekonstruktion, wo ich in dem westlichen Einbau eher eine Schranke gesehen habe, würde ich heute doch der Rekonstruktion einer kleinen Empore zustimmen. Die Empore dürfte dem Eigenkirchenherrn und seiner Familie vorbehalten gewesen sein. Der Zugang erfolgte höchstwahrscheinlich von einem äußeren Aufgang.

Möglicherweise hatte dieser Bau einen schmalen, nördlichen Anbau (Sakristei?), zu dem das von WÄSCHER ergrabene, an seiner West- und Nordseite verputzte Mauerstück gehörte [WÄSCHER, 38].

Wann ist dieser Gründungsbau errichtet worden? Der Datierung in das erste Drittel des 10. Jh., wie JACOBSEN meint, kann ich keinesfalls folgen. JACOBSEN ist hier den "Schriftquellen" aufgesessen, indem er die Bestattungen von Heinrich I. (936) und Mathilde (968) unbesehen übernimmt.

JACOBSEN brachte den Erweiterungsbau (Bau IIa, siehe unten) mit der in den Quellen überlieferten Weihe von 997 zusammen.

Ich halte diese Datierung noch um einiges zu früh und plädiere eher für eine Datierung um die Mitte des 11. Jh. Der Gründungsbau muss dann zwangsläufig entsprechend älter sein, aber sicher kaum mehr als ein oder zwei Jahrzehnte, also vielleicht um 1030/40.

 

 Bau I, Grundriss aus [LEOPOLD, 166], bearbeitet und ergänzt

 

Den von LEOPOLD gesehenen westlich anschließenden Rechtecksaal halte ich für eine Fehlinterpretation durch LEOPOLD. Bau I war sicher ein freistehender Bau. Vor dessen Westfassade war eine ebene Fläche geschaffen worden, wozu die Stützwandkonstruktion ("Stein-Erdmauer") gehörte.

 

Bau IIa: Der kleine dreischiffige Bau wurde vermutlich schon kurze Zeit später nach Westen durch den so genannten Großraum („Wandpfeilerbau") erweitert.

Das in Raummitte ergrabene Vierpassbecken legt die Vermutung nahe, dass dieser „Wandpfeilerbau" (Abmessungen ca. 12 m x 12 m) als Taufkirche errichtet wurde. Der Raum hatte den Charakter eines Zentralbaus mit dem Taufbecken im Zentrum, ähnlich den Baptisterien andernorts.

Bau I einschließlich seiner Westwand blieb vermutlich zunächst i. W. unverändert (bis auf die notwendigen Durchgänge).

An eine Stützenstellung, wie JACOBSON sie ursprünglich für wahrscheinlich hielt [JACOBSEN / SCHAEFER / SENNHAUSER, 333], ist eher nicht zu denken. Sie wäre für den angenommenen Zentralbau kontraproduktiv.

Dem lichten hohen Innenraum, den JACOBSEN für den Mittelraum in seiner letzten Rekonstruktion annimmt, wäre zuzustimmen, jedoch vorerst ohne Empore.

Der „Wandpfeilerbau“ erhielt im Süden auf seiner gesamten Länge, an der Stelle des heutigen südlichen Querarms, einen längsrechteckigen Anbau. WÄSCHER, der nur die östliche Hälfte diesem Anbau zurechnete, sah darin  eine Vorhalle oder einen Turm [WÄSCHER, 32]. Aufgrund der Lage unmittelbar am südlichen Steilhang des Burgbergs musste für die Gründung des Anbaus ein erheblicher Aufwand getrieben werden, wofür ein triftiger Grund vorgelegen haben muss.

Wie oben bereits erwähnt, hatte WÄSCHER auf der Südseite den ehemaligen Aufgang zur Burg gesehen. Ob sich tatsächlich ein Burgaufgang auf der Südseite befand oder nur eine am Südhang in Ostwestrichtung verlaufende, wichtige Wegeverbindung innerhalb des Burggeländes oder sogar beides muss hier offen bleiben.

LEOPOLD sah auf der Nordseite einen gleichen längsrechteckigen Anbau. Die Anbauten im Süden und im Norden hielt er für Emporen-Annexe, die zum Kirchenraum geöffnet waren. Die Untergeschosse waren für ihn nur die Substruktionen für die Emporen als Hauptgeschoss [LEOPOLD 2010, 35]. Die auf der Südseite vorhandenen Balkenlöcher ordnet er der Geschossdecke zu. Sie könnten aber auch zu Balken eines hier ansetzenden Daches gehört haben [ebd., 36]. Auch LEOPOLD rekonstruierte im Südannex den Zugang der Stiftsdamen zur Kirche [ebd., 36f].

 Bau IIa, Grundriss aus [LEOPOLD, 179], bearbeitet und ergänzt

 

Nach meiner Auffassung erfolgte zunächst nur im Süden ein Anbau mit der ausschließlichen Funktion eines Portalvorbaus bzw. einer Eingangshalle.

Im Ostwandfundament des nördlichen Anbaus hat WÄSCHER "durchgehend gelbe Mauer mit gelbem Mörtel" festgestellt. Da es beim südlichen Anbau einen solchen Befund nicht gab, ist anzunehmen, dass der nördliche Anbau später errichtet wurde, jedoch auf jeden Fall vor dem Umbau zum Querhausarm (Bau IIIb), da das Ostwandfundament, das nördlich an die Mauerecke des nördlichen Anbaus von Bau I anschließt, durch die spätere Querhausapside gerade durchläuft.

WÄSCHER vermerkt, dass diese „Querhausarme" nur eingeschossig gewesen sein konnten [VOIGTLÄNDER, 91], was für Eingangshallen nachvollziehbar wäre.

Sicher ist nicht auszuschließen, dass auch im Norden damals schon ein Zugang zur Kirche vorhanden war, welcher jedoch nicht durch einen Portalvorbau hervorgehoben war.

Einen Zugang von Westen, wie Bau I. ihn vermutlich noch hatte, war scheinbar nicht vorhanden.

Wie oben bereits angemerkt, datiere ich den Erweiterungsbau in die Mitte des 11. Jh. Obwohl JACOBSEN die Wandgliederung des Erweiterungsbaus stilkritisch erst in der ersten Hälfte des 11. Jh. [JACOBSEN, 65] sieht, datiert er den Erweiterungsbau trotzdem schon 997, da dieses in den Quellen enthaltene Datum seiner stilkritischen Datierung eben am nächsten kam.

Um die Anziehungskraft des Kirchenbaus zu erhöhen, bemühte man sich anscheinend um den Erwerb von Reliquien. So gelang offenbar die Beschaffung der Reliquien der Hll. Laurentia und Stephana. Für diese wurde der östliche Reliquienschacht angelegt, über dem dann der Hauptaltar zur Aufstellung kam. (Die Erwähnung des Altars der Hll. Laurentia und Stephana im Jahr 1018 entstammt einer m. E. in späterer Zeit gefälschten Schriftquelle und ist hier für die Datierung nicht verwendbar.)

Der Reliquienschacht war vermutlich ursprünglich Altargrab für die Reliquien der Hll. Laurentia und Stephana.

Für den Zugang zu den heiligen Reliquien wurde östlich des Schachtes eine Krypta in die vorhandene Mittelapsis eingebaut, die heute bekannte, so genannte "Confessio".

Die „Confessio“ diente ursprünglich ausschließlich dem accessus ad confessionem, d. h. dem Zugang zum Heiligengrab. Entgegen den reinen Ringkrypten war hier der Gang vor dem Grabraum zum Raum aufgeweitet.

Eingänge hatte sie im Süden und im Norden der Kryptawestwand. Die bekannte Stuckausstattung der "Confessio" gab es noch nicht.

Wie für Krypten üblich, die ausschließlich dem Zugang zu einem Heiligengrab dienten, gab es in ihr keinen Altar.

Mit ihr ist vielleicht die einzige Confessioanlage im strengsten Sinn des Wortes [BRAUN, 568ff] in der Region im Kern erhalten. Die Bezeichnung "Confessio" ist natürlich für den Kryptaraum selbst nicht korrekt, da die Confessio eigentlich nur den Vorraum zum Altargrab bezeichnet. Dieser war vermutlich oberhalb des Schachtes zwischen Altar und dem Schacht als das eigentliche Altargrab. Vermutlich gab es eine Öffnung (Fenestella) zwischen Krypta und der Confessio in der Kryptawestwand.

Durch den Kryptaeinbau entstand kein Hochchor im üblichen Sinn, sondern der Hauptaltar stand vor der Kryptawestwand über dem Schacht. Der Bereich oberhalb der Krypta blieb aufgrund der geringen, verfügbaren Fläche im Prinzip ungenutzt und war auch nicht über Treppen zugänglich. Für einen Hochchor war die Apsis einfach zu klein.

Eine stilkritische Einordnung der Krypta ist wegen fehlender Vergleichsbeispiele m. E. nicht möglich. Die Nischengliederung in der Kryptawand finden wir in der etwa zeitgleich errichteten Wipertikrypta in Quedlinburg zwar wieder; das war es aber auch.

Die traditionelle Forschung sieht in Wandnischen ein übliches Motiv des  frühen 11. Jh., worin sie m. E. irrt. Die entsprechenden Beispiele, z. B. die Hunfriedkrypta des Doms sowie Chor und Krypta der Liebfrauenkirche, gehören m. E. in die 1. Hälfte des 12. Jh. In ihrer Form sind sie auch mit den Nischen der "Confessio" und der Wipertikrypta nicht vergleichbar.

Eine für die Rekonstruktion der Baugeschichte entscheidende Frage ist: Hatte dieser Bau bereits ein Langhaus?

LEOPOLD und JACOBSEN bejahen diese Frage und rekonstruieren als Langhaus einen Saal, dessen Wände sich im Norden und Süden an der Stelle der heutigen Mittelschiffsarkaden befanden.

Dagegen spricht die später in den "Wandpfeilerbau" eingebaute Westempore (siehe Bau IIb), von der heute noch zwei Joche aufrecht stehen. Sie hätte das Langhaus lettnerartig abgeteilt, eine Lösung die vor der zweiten Hälfte des 12. Jh. kaum denkbar ist. Der Einbau der Westempore datiert auf jeden Fall um einiges früher.

LEOPOLD schließt zutreffend eine Art Lettner für die frühe Bauzeit aus. Aber seine Interpretation, dass die Westempore von ihm angenommene Emporen in den Querarmen verbinden sollte und dazu ein Baustellenprovisorium gewesen sein soll, ist abwegig. Als Provisorium hätte auch eine einfache Holzkonstruktion gereicht, welche viel einfacher wieder zurückzubauen wäre. Darüber hinaus gibt es für die Annahme von Emporen in den Querarmen keine wirklichen Belege. Der Einbau der Westempore stellte sicher keine bauzeitliche Lösung dar.

Ein weiteres Indiz spricht gegen das Vorhandensein eines Langhauses zum Zeitpunkt der Errichtung des "Wandpfeilerbaus". Es ist die Absenkung des Fußbodens des "Wandpfeilerbaus" um ca. zwei Stufen. Bei gleichzeitiger Errichtung bzw. Planung hätte man eine solche Lösung sicher nicht gewählt.

Ich bin der Auffassung, dass Bau II noch kein Langhaus besaß. Dieses wurde erst später und zwar nur einmal, als dreischiffiges Langhaus errichtet (siehe Bau IIIa).

Der etwas irritierende Befund der drei verschiedenen Mauerwerksschichten in den Arkadenfundamenten belegt nicht drei Langhausbauten, wie LEOPOLD annahm, auch nicht zwei wie JACOBSEN meint, sondern nur drei Bauabschnitte bei der Errichtung des Langhauses, welche zeitnah zusammenliegen. Weiteres dazu siehe die Ausführungen zu Bau IIIa.

 

Bau IIb:

Ich verbinde diesen Umbau mit der Gründung des Damenstifts. Mit der Entwicklung der Siedlung Quedlinburg nördlich des Burgbergs und dem Verschwinden der Funktion des Burgbergs als Zufluchtsort für die Bevölkerung machte sich die isolierte Lage des Kirchenbaus auf dem Burgberg nachteilig bemerkbar. Die neu gegründeten Kirchen in der Ortslage waren einfach besser erreichbar. So wird der Bau z. B. der Marktkirche St. Benedikti um 1100 gesehen.

Die Kirche auf dem Burgberg drohte im Wettbewerb der Eigenkirchen auf der Strecke zu bleiben, wie z. B. die Wipertikirche in Quedlinburg auch (siehe Abschnitt Quedlinburg, St. Wiperti).

Da Eigenkirchen eine ökonomische Investition des Eigenkirchenherrn war, musste sich der Eigenkirchenherr der Burgkirche zur Erhöhung der Attraktivität seiner Gründung etwas einfallen lassen, was den Standortnachteil kompensierte. Mehr zum Eigenkirchenwesen in [MEISEGEIER 2018-2, 92ff].

Dies gelang ihm mit der Gründung des Damenstifts für die Erziehung und Betreuung junger adliger Damen. Möglicherweise hat die kurz vor 1050 in Gernrode erfolgte Gründung der Damenstiftskirche die Idee dazu geliefert.

Aufgrund der geänderten Anforderungen machte sich eine Umgestaltung des Westbaus, der bisherigen Taufkirche, erforderlich. Da der Ostteil für die Stiftsdamen benötigt wurde,  wurde die Taufkirche in eine  Laienkirche umgewandelt. Es entsprach einer allgemeinen Entwicklung, dass für die Taufe keine gesonderten Bauten mehr errichtet wurden. Die Taufe wurde jetzt in den Kirchenraum integriert.

Für die Laienkirche wurde vor der Ostwand des Westbaus der Kreuzaltar angeordnet, für den der westliche Reliquienschacht analog dem Reliquienschacht unter dem Hauptaltar ausgehoben wurde. Der Schacht ist nach LEHMANN [VOIGTLÄNDER, 91, Anmerkung 31] jünger als das Taufbecken. Er hielt zwar das Vierpassbecken für ein Reliquiar, bestätigt aber die bauliche Nachfolge des östlich davor gelegenen Schachtes. Über die Reliquien, für die der Schacht vermutlich Altargrab war, ist nichts bekannt.

Es ist anzunehmen, dass das Vierpassbecken in diesem Zusammenhang wieder abgerissen wurde.

Im Westen des „Wandpfeilerbaus“ erfolgte der Einbau einer Westempore, von der noch heute zwei Joche stehen.

Ich sehe in der Empore eine erste Nonnenempore, also ein Raum für den zeitweiligen Aufenthalt der Stiftsdamen, z. B. tagsüber außerhalb der Gottesdienstzeiten. Zu den eigentlichen Gottesdiensten begaben sich die Stiftsdamen in den Chor. Einen solchen eigenen Raum finden wir in allen Stifts- oder Nonnenklosterkirchen, zumindest in denen, die gleichzeitig eine Laienkirche enthalten, z. B. auch in Gernrode und in der Münzenbergkirche.

Der ursprüngliche Zugang zu der Empore ist unbekannt, wird aber mit großer Wahrscheinlichkeit von einem westlich vorhandenen Raum oder einem angebautem Aufgang erfolgt sein. Ein innerer Aufgang zu der Empore ist nirgendwo nachgewiesen worden.

Wann erfolgte die Umgestaltung des Westbaus und der Einbau der Nonnenempore? Nach traditioneller Meinung erfolgte der Einbau der Empore um 1020 und wird der in den Schriftquellen überlieferten Weihe von 1021 zugeordnet. Den Altarweihebericht von 1021 sehe ich als Fälschung an, wobei diesem möglicherweise eine reale Altaranordnung aus späterer Zeit, wohl um die Mitte des 12. Jh. zugrunde liegt (siehe unten).

JACOBSEN datiert die fast gleichen Pilz- oder Knaufkapitelle der Wipertikrypta in das 1. oder 2. Viertel des 11. Jh. [JACOBSON / SCHÄFER / SENNHAUSER, 333].

Ich sehe die Schaffung der Laienkirche und den Einbau der Nonnenempore frühestens um 1050. Wie oben bereits erwähnt, wurde etwa zur gleichen Zeit, also etwas vor bzw. um 1050 in Gernrode mit dem Bau der Damenstiftskirche begonnen.

Noch eine Baumaßnahme muss vermutlich dem Bau IIb zugerechnet werden. Im Westen war an diesen „Wandpfeilerbau" ein weiterer Annex, der so genannte „Stufenbau" angefügt, der im Allgemeinen als Sepulkralbau identifiziert wird. Der Bau wurde zeitnah an die Erweiterung (Bau IIa) angebaut. Hier drängt sich die Frage auf, wem dieser Bau gegolten hat.

Die bisherige Forschung sieht in dem Sepulkral-Annex die Aufstellung des Heinrichsarges. Ich halte die Verortung des Heinrichsgrabes in der Stiftskirche für eine platzierte Legende.

Die weitere, vielleicht nächstliegende Annahme für den Sepulkralbau ist die Aufstellung des Königinnensarkophags, der ja in der Krypta noch heute besichtigt werden kann. Auch diese Möglichkeit schließe ich kategorisch aus. Auch das Mathildengrab in Quedlinburg ist Teil der o. a. Legende. Die Legende um Heinrich I. und seine Gattin Mathilde wurde später kreiert.

Zu denken wäre noch an die Bestattung der Äbtissin Mathilde, die 999 in der Mitte der Peterskirche und der Stephanuskirche beigesetzt worden sein soll und mit dem ottonischen Herrscherhaus verwandt gewesen sein soll.

Nach meiner Auffassung war das Damenstift um 1000 noch nicht gegründet, weswegen es noch keine Äbtissin gegeben haben kann. Auch die angebliche Verwandtschaft mit den Ottonen lässt an der Historizität der Äbtissin Mathilde zweifeln.

Ich sehe in dem Annex die Grabstätte des Eigenkirchenherrn, d. h. des Stifters. Möglicherweise war der uns unbekannte Eigenkirchenherr ursprünglich ante altare in einem Erdgrab beigesetzt. Beim nachträglichen Einbau der Krypta um 1050 „störte“ das Grab. Die Gebeine wurden aufgenommen und in einem Sarkophag bestattet. Für die oberirdische Aufstellung des Sarkophags wurde der Annexbau errichtet. Ob der Sarkophag derjenige war, der heute als Sarkophag der Königin Mathilde gilt, muss hier offen bleiben. Wenn ja, so war er vermutlich ursprünglich nur mit dem Vortragekreuz auf dem Deckel skulptiert, hatte aber noch keine Inschrift (diese wurde später aufgebracht). Der gleiche Sarkophag in Halberstadt, dort für den legendären Bischof Bernhard, macht diese Möglichkeit jedoch unwahrscheinlich.

Die große Wanddicke der Umfassungswände hat die Vermutung begründet, dass der Stufenraum ursprünglich mit einer Tonne überwölbt war. Mit dieser Argumentation wäre die Dicke der Westwand jedoch nicht erklärt. Vielleicht hatte die Wand noch eine Abstufung oberhalb des Abbruchniveaus,     z. B. eine Art Sitzbank oder Abstellfläche entlang der Außenwände. Damit könnte eine wesentlich geringere Wanddicke rekonstruiert werden, womit sich das Argument für eine Überwölbung erledigen würde. Der bei den Grabungen festgestellte Westdurchgang sollte sicher ursprünglich eine Verbindung nach außen oder zu einem anschließenden Gebäude herstellen, welche jedoch vor oder kurz nach der Innutzungnahme wieder vermauert wurde.

Bau IIb, Grundriss aus [LEOPOLD, 179], bearbeitet und ergänzt

 

 Die Annahme LEOPOLDs, dass 1021 die Hallenkrypta (siehe Bau IIIb) komplett fertiggestellt war, also die Westempore nach Osten verlängert wurde, ist zweifelsfrei falsch. Seine Begründung für die falsche Annahme ist das Bestehenlassen der westlichen zwei Joche, die ansonsten sicher abgebrochen worden wären. Seine Argumentation ist nur nachvollziehbar, da er von der Existenz des Langhauses zu diesem Zeitpunkt ausgeht. Ohne Langhaus ist das Bestehenlassen der beiden westlichen Joche zum damaligen Zeitpunkt kein Thema.

 

Bau IIIa: 1070 wird in den Quellen von einem Brand berichtet, der aber durchaus anzuzweifeln ist. Allgemein wird dieses Datum als Beginn des bestehenden Baus gesehen, der dann 1129 fertiggestellt und geweiht wurde, wobei ich die Weihe 1129 kritisch sehe. Die Forschung geht bisher einhellig davon aus, dass von 1070 bis 1129 ein weitestgehender Neubau auf den Fundamenten des Vorgängerbaus erfolgte, wobei die Verwendung alter Bauelemente schon Kopfzerbrechen bereitet.

Nach meiner Auffassung entsteht bis 1129 - falls die Jahresangabe nicht völlig aus der Luft gegriffen ist - jedoch nur das Langhaus. Vermutlich liegt der Baubeginn für diese Baumaßnahmen nicht schon um 1070, sondern ein Stück weit später, vielleicht um 1100.

Für die bisherige falsche Rekonstruktion mitverantwortlich ist der bauarchäologische Befund an den Arkadenfundamenten, der einen dreischichtigen Aufbau zeigt (siehe Abschnitt "Gelber Mörtel"). LEOPOLD sah darin drei verschiedene Langhausbauten, weshalb er den ersten Bau weit zurückdatieren musste. JACOBSEN sah immerhin noch zwei Langhausbauten.

Dem widerspreche ich ausdrücklich. Es gab nur einen einzigen, dreischiffigen Langhausbau, begonnen um 1100 und abgeschlossen mit der Weihe 1129.

Wie im Abschnitt "Gelber Mörtel" bereits ausgeführt, resultiert der dreischichtige Aufbau der Arkadenfundamente einfach aus der Baugewohnheit zur damaligen Zeit.

Im  11./12. Jh. gab es offensichtlich noch keine vorherige Planung im Detail, sondern nur eine grobe Orientierung zur Baugestaltung. Die bauliche Durchbildung konkretisierte sich erst während der Baudurchführung. So entschied man sich im Voraus für eine generelle Grundrisslösung und legte danach die Grundmauern an, ohne den aufgehenden Bau im Einzelnen schon detailliert zu haben. Für die erste Schicht wurde an der Baustelle anfallendes, wiederverwendbares Baumaterial soweit verfügbar verwendet. Ergänzend wurde preisgünstiges Liefermaterial aus der näheren Umgebung verbaut. Die sichtbar verbleibenden Bauteile wurden mit dem vom Bauherrn oder der Bauhütte gewählten höherwertigen Liefermaterial ausgeführt.

Danach konnte man einzelne Bauwerksteile auch gesondert hochführen. Gab es durch den aufgehenden Bau die Notwendigkeit der Veränderung der Gründung, so wurde diese nachträglich im erforderlichen Umfang angepasst.

Im Abschnitt zur Wipertikirche in Quedlinburg wird diese Ausführungsart noch einmal deutlich.

So errichtete man jetzt die Fundamente für das dreischiffige Langhaus, für den nördlichen Anbau an den ehemaligen "Wandpfeilerbau", der damit zur Vierung wurde. Weiterhin wurde der Westbau in den Fundamenten angelegt. Das ergrabene Querfundament zwischen den westlichen Arkadenstützen (8. Stütze) und die nach Westen und Norden gerichteten Gurtbogenvorlagen an diesen, die LEOPOLD irrtümlich für Lisenenvorlagen hielt [2010, 48], dürften zu der ursprünglich geplanten Westbaulösung gehört haben, einem etwa quadratischen, mehrgeschossigen Turm im Bereich des Mittelschiffs, zu diesem geöffnet, sowie flankierenden Nebenräumen und begleitenden Treppentürmen ähnlich dem ersten Westbau in Gernrode.

Diese Westbaulösung kam aber nicht zur Ausführung. Als man an die Errichtung des Westbaus ging, hielt man vermutlich die alte Westbaulösung für nicht mehr zeitgemäß. Möglicherweise liegen Jahre zwischen dem Anlegen der Fundamente und dem Aufführen des Hochbaus. Man entschied sich letztendlich für einen moderneren Westbau. Es erfolgte offensichtlich eine Planänderung zu einer "normalen" romanischen Doppelturmfassade.

Ähnlich sehe ich die Errichtung des nördlichen Querhausflügels. Beim Anlagen der Fundamente war an eine Apsis an der Ostseite des nördlichen Anbaus noch nicht gedacht, weshalb das Ostfundament unter der Apsis gerade durchläuft. Möglicherweise war ursprünglich, analog dem Südannex, nur ein gleicher Nordanbau angedacht, die dann als niedrige Querhausflügel in Erscheinung getreten wären.

Auch darin sehe ich eine Planänderung. Die spätere Ausführung (siehe Bau IIIb) erfolgte vermutlich schon als Querhausnordarm mit Empore und Apsis.

LEOPOLD geht noch auf einen Befund WÄSCHERs ein, den er aber anzweifelt. Nördlich des Sanktuariums ist "der Rest eines 90 cm dicken Fundaments ... eingetragen, das an seinem Ostende rechtwinklig nach Süden weiterläuft, um unmittelbar daneben mit dem Ansatz einer kleinen Apsidiole abzubrechen" [LEOPOLD, 37f]. War ursprünglich vielleicht eine Chorlösung einer Reformordenskirche angedacht, die neben dem Sanktuarium Nebenchöre vorsah? Um 1100 ein durchaus mögliches Szenarium. Der Rekonstruktionsversuch [LEOPOLD, 179, Fig. 42] lässt daran denken. Wenn ja, so erfolgte auch hier eine entsprechende Planänderung.

Mit der Errichtung des Langhauses wurde der bestehende Bau zum Ostbau, wobei dieser zunächst noch unverändert blieb.

Die Westempore in der Vierung erscheint nun als lettnerartiger Einbau, der den Chorbereich vom Langhaus trennte - im      12. Jh. aber kein Novum mehr.

Für die Nutzung des Langhauses „störte“ der alte Sepulkralannex. Eine neue Lösung musste gefunden werden.

Man verlegte die Bestattung zurück in den Chor.

Der Sarkophag wurde mit dem Fußende in die südliche Wandnische der Kryptawestwand eingeschoben. Die geometrische Passgenauigkeit bei Sarkophag und Stuckausstattung der „Confessio“ ist nun auch erklärlich. Dass die Stuckausstattung älter ist als die Einbringung des Sarkophags, wie LEOPOLD behauptet, ist nicht zwingend. Möglicherweise erfolgte eine spätere Reparatur oder der Sarg wurde nochmals bewegt.

In diesem Zusammenhang wurde auch die Grabkammer für den Sarkophag hergestellt.  Da der Hauptaltar mittig vor der Krypta noch vorhanden war, musste der Sarkophag südlich von diesem angeordnet werden. Der ursprünglich vorhandene südliche Kryptazugang wurde mit der Anlage der Kammer für den Sarkophag beseitigt.

Diese Maßnahme sehe ich etwa Mitte des 12. Jh.

 

Bau IIIa, Grundriss aus [LEOPOLD, 188], bearbeitet und ergänzt

 

Die Bestattung wurde jetzt zur Grabstätte der Königin Mathilde. Wahrscheinlich beabsichtigte man in Quedlinburg die "Erschaffung" eines Heiligenkultes durch Anlegen eines Heiligengrabes. Obwohl Mathilde heute als Heilige verehrt wird, wurde sie jedoch nie wirklich heiliggesprochen.

Das "Vorhaben" ähnelt den gleichen Vorgängen in Hildesheim und Halberstadt. Auch dort versuchte man, einen Kult um örtliche "Heilige" zu installieren. Nur in Hildesheim gelang diese Unternehmung. In St. Michael wird der heilige Bischof Bernward verehrt, dessen Heiligsprechung 1192 stattfand. In Halberstadt und in Quedlinburg gelang das so nicht.

Ob die Bestattung schon bei der Umverlegung oder erst kurze Zeit später umgewidmet wurde, muss offen bleiben.

Genauso, ob der vorhandene Sarkophag, der vorher in dem Annexbau stand, Verwendung fand und dieser jetzt, also nachträglich, mit der Aufschrift für die Königin Mathilde versehen wurde, oder ob ein neuer Sarkophag einschließlich Aufschrift gefertigt wurde.

Wie oben schon angeführt, spricht für die Neuanfertigung, dass ein gleicher Sarkophag in Halberstadt existiert, dort für Bischof Bernhard, angeblich ebenfalls 968 gestorben. Die Anfertigung des Halberstädter Sarkophags datiere ich um die Mitte des 12. Jh. (siehe Halberstadt).

Dieselbe Ausführung der Sarkophage in Quedlinburg und in Halberstadt und dasselbe Sterbejahr von Königin Mathilde und Bischof Bernhard belegen eindeutig einen Zusammenhang beider Aktionen. Es darf auch nicht vergessen werden, dass Quedlinburg zum Bistum Halberstadt gehörte.

Die Inschriften auf den Deckeln verweisen  m. E. frühestens in die Mitte bzw. zweite Hälfte des 12. Jh. Ich kenne keine frühmittelalterlichen Sarkophage, auf denen die Bestatteten inschriftlich erwähnt sind. Das Vortragekreuz ohne jegliche Inschrift gibt es dagegen auch auf älteren Sarkophagen. Selbst die deutlich späteren Sarkophage von Heinrich dem Löwen und seiner Frau Mathilde im Braunschweiger Dom (Ende 12. Jh.) sind noch ohne jegliche Aufschrift.

Wenig verwunderlich ist, dass auch dar Bernwardsarkophag eine Beschriftung aufweist, die ich ebenfalls in die zweite Hälfte des 12. Jh. datiere [MEISEGEIER 2017, 254ff]. Offensichtlich benötigten die "getürkten" Grabstätten für die Zuordnung eine entsprechende Beschriftung.

Erst in diesem Zusammenhang erhält die „Confessio“ ihre Stuckausstattung. Mit diesem Umbau erfährt die ehemalige Krypta eine Funktionsänderung. Sie wurde jetzt zu einem Oratorium für die Königin Mathilde. Die ursprüngliche Kryptafunktion des accessus ad confessionem war nicht mehr gefragt.

Krypten hatten sich inzwischen zu großräumigen Anlagen entwickelt, was in Quedlinburg unter den gegebenen baulichen Bedingungen zunächst aber nicht möglich war. Schon LEHMANN [21] vermutet, dass die „Confessio" ein Oratorium für die Verehrung des Heinrichsgrabes und keine Krypta im eigentlichen Sinn war. Er übersah jedoch den Funktionswandel. Die reiche Stuckausstattung diente der Ausschmückung der Königinnengrabstätte. Um Mitte des     12. Jh. ist die aufwändige Stuckausstattung einfacher einzuordnen als Mitte des 10. Jh. Übrigens wurden auch in Gernrode um die Mitte des 12. Jh. aufwendige Stuckarbeiten ausgeführt, die heute am Heiligen Grab bewundert werden können und die konventionell auch zu früh datiert sind [MEISEGEIER 2018-1, 37ff].

Der Kreuzaltar, der bisher im „Wandpfeilerbau“ stand, wird jetzt - nach Aufgabe des Sepulkralbaus - an das Ostende des Langhauses an die Stelle des ehemaligen Grabannexes verlegt.

Die Umgestaltung der „Confessio“ belegt auf jeden Fall, dass zu dieser Zeit, d. h. bis etwa Mitte des 12. Jh., die Errichtung einer großen Krypta noch nicht vorgesehen war, die Umbauarbeiten an der Kirche also nicht von vorn herein einem einheitlichen Plan entstammten.

Im Zusammenhang mit der Errichtung des Langhauses sind auch die baulichen Anlagen im Untergeschoss errichtet worden. Infolge der falschen Datierung der Arkadenfundamente durch LEOPOLD, aber auch durch JACOBSEN, wurden bei beiden die Untergeschossbauten ebenfalls viel zu früh datiert.

Die gleichzeitige Errichtung der unterirdischen Bauten  zeigt der Befund an der untersten Schicht des südlichen Arkadenfundaments. Im östlichen Abschnitt sind an der Südseite Abbruchspuren einer Längstonne nachgewiesen worden. Das Südfundament war demnach die Nordwand eines unter Geländeniveau liegenden, parallel zur Wand verlaufenden Längstonnenbaus mit einer  rekonstruierten Spannweite von 2,80 m. Dessen Erstreckung in westlicher Richtung ist nicht mehr festzustellen, da sich an dieser Stelle der 1708 errichtete Längstonnenbau befindet.

Weiterhin wurde im Bereich des 1. Pfeilers der heutigen Südarkaden auf der Südseite eine Aussparung in dem Fundament nachgewiesen, die offensichtlich zu einem Quertonnenbau gehörte, dessen nördlicher Abschluss in das Fundament hineinragte. Ebenso gehört der kleine Rest des unterirdischen Tonnengangs zwischen dem heutigen barocken Längstonnenbau (1708) und dem jüngeren Treppenaufgang mit der Kapelle St. Nicolai in vinculis zum älteren Baubestand. In dem kurzen Tonnengang ist ein ursprünglich vorhandener Durchgang nach Norden nachgewiesen worden, der nach LEOPOLD dort in einen weiteren Raum oder vielleicht sogar zu einem Treppenaufgang führte. Ein solcher Treppenaufgang könnte zu der Empore im Westen des vorerst unberührt gebliebenen "Wandpfeilerbaus" geführt haben.

An der Südseite des Portalvorbaus war ebenfalls ein Längstonnenbau errichtet worden, der im Osten zu zwei weiteren tonnengewölbten Räumen führte, später aber durch den so genannten Quertonnenbau ersetzt wurde. Ob der unmittelbar westlich gelegene Quertonnenbau gleichzeitig errichtet wurde, ist unklar, aber wahrscheinlich. Es kann sicher davon ausgegangen werden, dass alle diese unterirdischen Räume untereinander verbunden waren.

Welchem Zweck dienten diese unterirdischen Bauten? Weshalb dieser Aufwand?

Blickt man auf die Stiftskirche in Gernrode oder die Kirche St. Marien auf dem Münzenberg, so werden an beiden Bauten im 12. Jh. gesonderte Baumaßnahmen durchgeführt, die auf einen vom Laienbereich separierten Zugang der Stiftsdamen bzw. Nonnen zwischen den Wohnräumen in der Klausur und dem Chor abzielen. So wird in Gernrode, zwar Ende des     12. Jh., ein doppelgeschossiger Kreuzgangflügel errichtet; in der Münzenbergkirche erhält das nördliche Seitenschiff dafür extra ein zweites Geschoss.

Auf dem Burgberg wurde mit dem dreischiffigen Langhaus, das bis an den Hang reicht, die ehemals sich auf der Südseite befindende fußläufige Verbindung von der Westseite des Burgbergs, wo sich die Klausur befand bzw. errichtet wurde, zur Kirche und der sich möglicherweise dort befindliche Südaufgang beseitigt. Vermutlich wurde mit dem unterirdischen Längstonnenbau eine solche Verbindung neu geschaffen.

In der ersten Bauphase gab es vermutlich noch keinen direkten Zugang von diesem Gangsystem zum Kirchenbau. Man musste möglicherweise im Bereich der Kirche einen Außenaufgang benutzen. Für den direkten Zugang wurde nachträglich der Treppenaufgang mit der Kapelle St. Nicolai in vinculis zwischen den Tonnengang und den Portalvorbau eingefügt. Damit wäre die Kapelle St. Nicolai in vinculis in die Zeit um 1100 zu datieren und nicht wie traditionell um 1020.

LEOPOLD [36f] sah den Chor der Stiftsdamen auf der Empore im Südquerarm. Da es die Empore im Südquerarm noch nicht gab, kommt als Chor der Stiftsdamen nur der bisher unverändert gebliebene, kleine 3-schiffige Bau I infrage. Vielleicht ist der Zugang durch den Südanbau durch die dort im Zusammenhang mit der Westempore errichteten Doppelarkaden, von denen die westliche noch erhalten ist, als Eingang der Stiftsdamen architektonisch hervorgehoben worden. Nachweislich gab es solche Doppelarkaden auf der Nordseite nicht. Dort erfolgte der Zugang für die Laien. LEOPOLDs Auffassung, dass die Doppelarkaden eine zusätzliche statische Sicherung gegen den Steilhang darstellten, ist nicht nachvollziehbar.

Etwa zeitgleich mit dem Bau des Langhauses und des Westbaus wurden auch die Klausurgebäude errichtet. Ihre Lage berücksichtigt die Ausdehnung der Kirche nach Westen bereits. Die angeblich "ottonischen Keller" unter dem Westflügel des Schlosses dürften zu diesen gehört haben. Die Datierung "um 1000". die auch SCHMITT übernimmt [SCHMITT, 270f], dürfte um etwa 100 Jahre zu früh sein. Auch hier kam der besagte "gelbe Mörtel" zum Einsatz, der WÄSCHER zu o. a. Datierung veranlasste.

LEOPOLD verortete das Dormitorium südöstlich der Kirche im Bereich der ehemaligen Residenz der Pröbstin. Der Grund für den Ausschluss der Lage im Westen war für ihn, weil der Weg der Damen zu ihrem Chor durch das den Laien vorbehaltene Langhaus hätte führen müssen [LEOPOLD, 37]. Mit der o. a. Interpretation der unterirdischen Bauten dürfte sich der Einwand LEOPOLDs erledigt haben.

Die Nachrichten über die Weihe von 1129 sind im Vergleich zu der Weihe von 1021 äußerst dürftig. König Lothar soll den Neubau während der Pfingstfeier im Beisein der Bischöfe von Hildesheim und Minden geweiht haben. Vermutlich ist die Nachricht über die Weihe von 1129 eine spätere Fälschung. Die Baumaßnahmen erstreckten sich auf jeden Fall bis weit in die zweite Hälfte des 12. Jh.

 

Bau IIIb: Mit Fertigstellung und Nutzung des Langhauses wurde die unbefriedigende Situation im Ostteil deutlich, so dass schon kurze Zeit nach Fertigstellung des Langhauses die Entscheidung für den Umbau der Ostteile gefällt wurde.

Der Startschuss für den Umbau der Ostteile dürfte etwa 1160/70 gefallen sein. Jetzt wurde die kleine „Confessio“-Krypta aufgegeben und abgebrochen sowie die beiden Reliquienschächte verfüllt. Damit ist die gleichartige Verfüllung von „Confessio“ und Ostschacht nicht mehr verwunderlich [VOIGTLÄNDER, 119].

Das Mathildengrab wurde verfüllt und war in der Folge der Vergessenheit anheimgefallen. Das "Projekt" der Schaffung einer Heiligenverehrungsstätte war offenbar gescheitert.

Erst 1756 soll der Sarkophag bei einer frühen Suche nach dem Heinrichsgrab aufgefunden worden sein [WÄSCHER, 15]. Er blieb jedoch weitgehend unbeachtet, was schon verwundert. Erst im 19. Jh. wurde die Königin-Grabstätte wieder populär.

Vermutlich erst jetzt wurde die ursprüngliche Innengliederung des Chorraumes (Bau I) aufgehoben. Ansonsten hätte bereits früher die gesamte Dachkonstruktion aufgrund der Vergrößerung der Spannweite erneuert werden müssen. Das hätte einen grundlegenden Umbau des Chors bedeutet, der sicher irgendwo seine Spuren hinterlassen hätte.

An der Stelle der ehemaligen Westwand des Bau I wird der östliche Vierungsbogen errichtet.

Die „lettnerartige Bühne“ wurde einfach nach Osten verlängert. Damit entstand erst die heutige Krypta.

"Vom 14. bis 18. Jahrhundert wird die Krypta merkwürdigerweise »Altes Münster« genannt, im Gegensatz zum »Neuen Münster« der Oberkirche." [VOIGTLÄNDER, 95]

Bei der vorgeschlagenen Baugeschichte nicht merkwürdig, sondern durchaus nachvollziehbar.

MRUSEK [73] fällt die Qualität der Kapitelle in der Krypta zu denen in der Oberkirche auf: "Die Kapitelle der Krypta sind im Gegensatz zur Oberkirche außerordentlich vielfältig. ... Die Ornamentik der Oberkirche ist im Gegensatz zur Krypta in ihrem formalen Aufbau bedeutend strenger." Für "die lebensvollere Formenwelt der Krypta" verweist er auf Sant'Ambrogio in Mailand (1080-1128) und San Savino in Piacenza (Weihe 1107) [74]. Seine Schlussfolgerung, dass bei dem Neubau in Quedlinburg im Osten mit der Krypta begonnen wurde, ist darum um so weniger nachzuvollziehen. Die Krypta ist eindeutig jünger als das Langhaus.

Dass die Basen der Kryptasäulen noch keine Eckzehen haben, wie im 12. Jh. zunehmend üblich, verweist nicht zwingend auf eine frühere Entstehung.

Die Ausmalung der Krypta erfolgte unmittelbar im Anschluss an ihre bauliche Fertigstellung.

Der Hauptaltar wurde in den neu entstandenen Hochchor verlegt.

Parallel wurde das Querhaus errichtet. Der Zitereinbau (um 1170) markiert vermutlich den Abschluss dieser Baumaßnahmen. Der Einbau des Ziter erfolgte nicht nachträglich, sondern im Zusammenhang mit der erstmaligen Errichtung des Nordquerarmes einschließlich Empore. Der südliche, ehemalige Portalannex wurde zum Südquerarm mit Empore umgebaut bzw. abgebrochen und als solcher neu errichtet.

Der Neubau des Chors ist vermutlich auch erst um 1170 oder sogar später fertig gestellt worden, wenn überhaupt. Vielleicht erfolgte seine Fertigstellung erst 1320, als die Kryptawände außen ummantelt wurden und der gotische Chor errichtet wurde.

Leider wird die von WÄSCHER [VOIGTLÄNDER, 91] rekonstruierte Zwischenphase mit Pfeilern als Stützenapparat der neuen Krypta (nach WÄSCHER vor 1021) nicht deutlicher. Er beruft sich dabei auf ein bei den Grabungen aufgefundenes Fragment einer Stuckverkleidung eines Pfeilers. Dieser Pfeiler soll - wie auch die Säulen der heutigen Krypta - auf der Zugangsanlage zur „Confessio" gestanden haben, d. h. die „Confessio" war zu diesem Zeitpunkt bereits aufgegeben. Wenn dieser Befund zutrifft, was LEOPOLD offensichtlich bezweifelt (Er sieht hier nur einen Putzverstrich und keine Stuckverkleidung), waren möglicherweise zunächst Pfeiler als Kryptenstützen vorgesehen. Vielleicht hatte man anfangs für die Erweiterung der Krypta eine Pfeilerlösung analog den östlichen Pfeilern des Emporeneinbaus vorgesehen und begonnen auszuführen, sich aber danach anders besonnen und doch für eine gestalterisch befriedigendere Säulenlösung entschieden.

 

Weihenachricht von 1021

Nach den Annales Quedlinburgenses wurden 1021 sechs Altäre geweiht, die sogar im Einzelnen benannt sind:

Der Hauptaltar (altare supremum Trinitatis Mariae Iohannis baptistae Petri Stephani Dionysii Servatii), der Kreuzaltar (altare in medio ecclesiae crucis), zwei Altäre im Osten, dort im Süden und im Norden (altare australe Libori / altare aquilonare Bartholomaei) und zwei Altäre im Westen, dort wiederum im Süden und im Norden (altare australe Remigii / altare aquilonare Stephanae, Laurentiae).

Die Weihenachricht irritierte die Forschung. Zum einen fehlt in der Nachricht die Weihe eines Altars in der Krypta, obwohl diese nach Ansicht der Forschung bereits in der heutigen Form existierte. Zum anderen wurde der Kreuzaltar neu geweiht, obwohl sich dieser schon seit der Weihe des Langhauses 997 in Nutzung befand.

Auch ist auffällig, dass der Altar der Hll. Laurentia und Stephana, der 1018 noch im Osten bezeugt ist (Kalendar von 1018/1021), im Altarweihebericht im Westen verortet ist.

Die o. a. Unstimmigkeiten, die die Forschung zwar nur leicht verunsichert hat, sind einfach in der falschen Rekonstruktion der Baugeschichte begründet.

Es dürfte klar sein, dass die sechs Altäre in Bau I nicht platziert sein können. Bau I dürfte nur einen Altar, den Hochaltar, besessen haben. In Bau IIa, den ich um 1050 datiere wären die sechs Altäre zwar unterzubringen, z. B. die Nebenaltäre an den Ostenden der Seitenschiffe (Apsiden?) und im so genannten Wandpfeilerbau als Westbau.

Doch erscheint die Altaranzahl für diesen immer noch kleinen Bau und die frühe Zeit zu groß. Darüber hinaus waren die Seitenschiffe so schmal, dass ein Altardienst in diesen nur schwer vorstellbar wäre.

Wirklich nachweisbar sind für Bau IIa nur die 2 Altäre über den Altarschächten, wenn man diese als solche sieht, das wären der Hochaltar und der Kreuzaltar.

Plausibel wäre, dass man die Mitte des 12. Jh. in der Stiftskirche tatsächlich vorhandene Altaranordnung der Weihe von 1021 nachträglich andichtete, z. B. um das Servatiuspatrozinium zu veralten.

Gerade die Nichtnennung eines Kryptenaltars spricht dafür, dass die Altaranordnung keine reine Erfindung war.

Nach meiner Rekonstruktion hatte die Kirche um die Mitte des 12. Jh. folgendes Aussehen:

·         Chor und Vierung ohne Krypta (ehemals Bau IIa)

·         Lettner an der Westgrenze der Vierung

·         Querhausarme mit Apsiden (die umgebauten Portalvorbauten)

·         Langhaus mit begonnenem Westbau als Doppelturmfassade

Die "Confessio" in Bau IIa besaß zweifelsfrei keinen Altar. Sie gehört in die frühe Phase der Kryptenentwicklung.

Bau IIIa besaß zwar noch die "Confessio", jetzt umgewandelt in eine Verehrungsstätte (Oratorium) für Königin Mathilde, hatte damit aber keine Krypta und damit natürlich keinen Kryptenaltar.

Die neue Hallenkrypta entstand aber erst um 1170 (Bau IIIb).

Die Neuweihe des Kreuzaltars wurde mit der Errichtung des Langhauses ca. 1100 - 1129(?) und seiner Verlagerung in dieses natürlich erforderlich. Der alte Kreuzaltar musste entfernt werden, da dieser Bereich zum Chor zugeschlagen wurde.

In der recht dürftigen Weihenachricht von 1129 wird die Stiftskirche erstmalig als dem Servatius geweiht benannt. Bisher war Servatius nur als Nebenpatron aufgetaucht. Möglicherweise war der Hauptaltar bis dahin den Hll. Laurentia und Stephana geweiht gewesen, deren Altar danach in den Westen der Kirche "verbannt" wurde.
 

Zeittafel zur Baugeschichte bis 1320:

 

 

um 1030/40

 

 

  Bau I

 

um 1050

 

   Bau IIa

   Gründung des Damenstifts

   Anlage des Ostschachtes zur Aufbewahrung
   von Reliquien in Verbindung mit dem Hauptaltar 

   Einbau der Krypta, der sog. „Confessio“ (noch
   ohne Stuckausstattung)

   Erweiterung nach Westen (sog. Wandpfeilerbau)
   als Taufkirche (Vierpassbecken)
   Eingangsvorhalle im Süden

 

 

um/nach 1050

 

 

   Bau IIb

   Umwandlung des "Wandpfeilerbaus" (ehem.
   Taufkirche) in Laienkirche mit Anordnung des
   Kreuzaltars und Anlegen des westlichen
   Reliquienschachts

   Abbruch des Vierpassbeckens

   Einbau einer Nonnenempore in den
   „Wandpfeilerbau“

   Errichtung des Annexbaus (Stufenraum)

   Aufnahme des Bodengrabes des Stifters (?) und
   oberirdische Bestattung in einem Sarkophag,
   Präsentation im o. a. Annexbau

 

 

ab 1100-
 1129 (?)

 

    Bau IIIa

   Errichtung des Langhauses und

   Baubeginn des Westbaus (ohne Südturm)

   Errichtung der unterirdischen Bauten unter 
   dem südlichen Seitenschiff 

   Treppenaufgang in die Kirche mit Kapelle           
   St. Nikolai in vinculis

   Abbruch des Westannexes (Stufenraum)

   1129 Weihe des Langhauses (?)

   Verlegung des Sarkophags nach Osten und  
   Einbau in die Westwand der „Confessio“ und

   Ausweisung als Grab von Königin Mathilde

   Aufbringen der Inschrift auf den Sarkophag
   bzw. Anfertigung des Mathildensarkophags

   Stuckausstattung der Krypta („Confessio“)

   Umwandlung in ein Oratorium für Königin
   Mathilde

 

 

1160/70

 

   Bau IIIb

   Umbau der Ostteile zu Chor und Querhaus

   Errichtung des nördlichen Anbaus an die
   Vierung

   Einbau der Querhausemporen und des Ziter in
   den nördlichen Querhausarm (um 1170)

   Abbruch der Krypta („Confessio“)
   und Verfüllung von Krypta und Ostschacht.

   Erweiterung der Empore in der Vierung nach
   Osten, womit die heutige Krypta entsteht,  
   Ausmalung der Krypta (um 1170)

   Neubau des Chores (?)

 

 

um 1320

 

  Neubau des Chorraumes, gotische  
  Ummantelung der Kryptaaußenwand

 

 

 

 

Literaturverzeichnis:

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Letzte Bearbeitung dieser Seite: 19.03.2019

 

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